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Statistische Tricks und
österreichisches Beschäftigungssystem
Das WIFO hat im Auftrag der Arbeiterkammer versucht, die administrative Beschäftigungsstatistik um institutionelle Veränderungen zu bereinigen. Ziel war dabei konjunkturell aussagefähigere Beschäftigungsstatistiken zu erhalten. Die Beschäftigung ist zwischen 2000 und 2003 nicht um 51.000 gestiegen, sondern annähernd konstant geblieben. Weiters ist die Zahl der Vollzeit-Arbeitsplätze um rund 60.000 zurückgegangen, jene der Teilzeitkräfte in ähnlichem Ausmaß gestiegen. Die Beschäftigungsnachfrage ist damit, in Vollzeit-Äquivalenten gerechnet, seit 2000 um fast 1 Prozent gesunken. Das erklärt gemeinsam mit dem wachsenden Arbeitskräfteangebot die starke Zunahme der Arbeitslosigkeit zwischen 2000 und 2003 ( + 46.000).
Die offizielle Beschäftigungsstatistik weist zwischen 2000 und 2003 einen Anstieg um 51.000 Arbeitsplätze aus. Dieser Zuwachs geht zu 90 Prozent auf die neuen Kindergeldregelungen zurück, die vor allem die Dauer des Leistungsbezugs erhöhten. Arbeitsmarktrelevant bleibt eine Steigerung um rund 6.000 Personen, die jedoch wegfällt, wenn man die geblockte Altersteilzeit und die Schulungen mit berücksichtigt. In den administrativen Beschäftigungszahlen sind darüber hinaus auch Zweit-Jobs, Personen im Dauerkrankenstand, Beamte und Telekom-Bedienstete im Vorruhestand sowie ältere Beschäftigte im Industrie , Energie- und Finanzsektor enthalten, die keine Arbeitsleistung mehr erbringen.
Massive Verschiebung von
Vollzeit- zu Teilzeitarbeitsplätzen
Gemäß Mikrozensus bzw. Arbeitskräfteerhebung kam es in den letzten Jahren zu einer massiven Verschiebung von Vollzeit- zu Teilzeitarbeitsplätzen. Die Zahl der Vollzeit-Arbeitsplätze nahm zwischen 2000 und 2003 (jeweils 1. Halbjahr) um 61.000 ab, jene der Teilzeitkräfte um 65.000 (mit „Geringfügig Beschäftigen“ um 86.000) zu. Der starke Rückgang der Vollzeit-Arbeitsplätze erschwerte die Eingliederung der Schulabgänger und Arbeitslosen. Schulabgänger streben nahezu zur Gänze Vollzeit-Arbeitsplätze an. Ein Teil der Arbeitslosen würde zwar – infolge gesundheitlicher Beeinträchtigungen oder familiärer Verpflichtungen - eine Teilzeitarbeit suchen, in Österreich gibt es jedoch kein Teilzeitarbeitslosengeld. Wenn Arbeitslose kurzfristig über die Geringfügigkeitsgrenze hinaus dazu verdienen, wird ihnen die Unterstützung entsprechend gekürzt.
Das von der Wirtschaft nachgefragte Arbeitsvolumen lässt sich abschätzen, indem die Beschäftigung in Vollzeitäquivalenten ausgedrückt wird. Diese ging um 28.000 (inkl. Geringfügigen um -24.000) zurück. Das Arbeitsvolumen ist somit seit 2000 um fast 1 Prozent gesunken. Die zunehmende Teilzeitbeschäftigung ermöglichte eine Verteilung des sinkenden Arbeitsvolumens auf mehr Köpfe, die Zahl der Beschäftigten blieb dadurch annähernd konstant.
(c) 2004 by Gewerkschaftlicher Linksblock
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