Gedanken zur Jugendarbeitslosigkeit!

Von arbeitslosen Jugendlichen halte ich überhaupt nichts - aber nur weil ich denke, jeder hat das Recht auf Arbeit, nicht dass jetzt einer gedacht hat, ich hätte eine schlechte Meinung über Menschen, die im Grunde an ihrem Übel unschuldig sind.
Durchleuchten wir mal den Werdegang von Schulabgängern.
Da gibt es welche, die es sich leisten können, weiter zu studieren, und solche die gezwungen sind, eine Lehre zu beginnen, falls sie das Glück haben, eine Lehrstelle zu bekommen.
Hier einmal vorweg ein gravierender Unterschied: der Studierende kann sich sein Fach problemlos aussuchen.
Der zukünftige Lehrling braucht schon eine Menge Glück, um eine Lehrstelle in seinem Wunschberuf zu bekommen (jeder, der das Gegenteil behauptet, hat keine Ahnung von der Realität).
Bekommt sie oder er aber keinen gewünschten Lehrplatz, bleiben dem Jugendlichen dann drei Möglichkeiten:
1. gleich in die Jugendarbeitslosigkeit
2. irgend ein Hilfsarbeiterjob
3. eine andere Lehrausbildung.

Derjenige, der Punkt eins gewählt hat, ist nun schon mal einer der Jugendarbeitslosen, und das ist schon einer zuviel. Jene, welche Punkt 2 gewählt haben sind entweder den Rest ihres Lebens Hilfsarbeiter, weil als unqualifiziert abgestempelt werden, oder sie landen früher oder später ebenfalls in der Rubrik Jugendarbeitslosigkeit.
Den meisten, die sich für Punkt 3 entschieden haben, wird es vermutlich gleich ergehen, weil wer kann sich schon den Rest seines immer länger werdenden Arbeitslebens motivieren, in einem ungeliebten Beruf zu arbeiten?
Was aber könnte man dagegen machen?
* Staatliche Lehrwerkstätten, damit Schulabgänger sich ihre Lehrberufe wählen können. Finanziert werden könnte das ganze von den Unternehmern, anstatt Steuergeschenke zu verteilen, denn die Unternehmen profitieren letztlich ja auch von bestens ausgebildeten und motivierten Fachkräften.
* Zur Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen Herabsetzung der wöchentlichen Arbeitszeit und gleichzeitig massive Verteuerung von Überstunden ( für den Arbeitgeber, damit er nicht in Versuchung kommt, Arbeitnehmer zu Überstundenleistungen zu überreden).
* Härteste Bestrafung von Unternehmen, die Schwarzarbeiter beschäftigen ( Bussgelder zweckgebunden für staatliche Lehrwerkstätten).
Die Jugend ist die Zukunft unseres Landes, deshalb muss alles getan werden um ihr die bestmöglichen Chancen zu bieten!
Erwin Stingl


(c) 2004 by Gewerkschaftlicher Linksblock