Weitere 2.500 Post-Arbeitsplätze auf der Abschussliste

Kommt Post-Verkauf schon vor 2007?

Die gezielte Zerstörung der Post betreibt offensichtlich der Vorstand im Auftrag der Bundesregierung und vor dem Hintergrund der EU-Liberalisierungsrichtlinien um dieses wichtige Staatsunternehmen übernahmereif zu machen. Als weiteren Schritt wird jetzt der 60-Prozent-Anteil der Post an der Postversicherung mit 100.000 Versicherten verkauft, wobei die BAWAG/PSK – die bereits 40 Prozent der Anteile hält – ein Vorkaufsrecht hat.
„Die Begründung von Post-Generaldirektor Anton Wais, die Postversicherung gehöre nicht zum Kerngeschäft ist ebenso fadenscheinig wie die seinerzeitige Abspaltung des Telekomsektors mit anschließender Teilprivatisierung und Börsengang oder der Verkauf der lukrativen PSK an die BAWAG“, meint dazu GLB-Landesvorsitzender Siegfried Pötscher. Als Alarmzeichen muss auch die im Gegensatz zur Position der ÖIAG stehende Aussage von Generaldirektor Wais gewertet werden, dass schon vor 2007 ein Teilverkauf der Post erfolgen soll. Bekanntlich steht die Deutsche Post seit Jahren Gewehr bei Fuß für eine Übernahme der österreichischen Post AG, die vom Bund an die Privatisierungsholding ÖIAG übertragen wurde.
Zügig weitergeführt wird der Kahlschlag bei den Post-Arbeitsplätzen: Nachdem von 1999 bis 2003 bereits 7.000 Arbeitsplätze vernichtet wurden und im ersten Halbjahr 2004 der Personalstand um weitere 1.747 auf nur mehr 25.4755 Beschäftigte reduziert wurde, soll bis 2007 eine weitere Reduzierung auf 23.000 Vollzeitarbeitskräfte erfolgen. Begründet wird dies mit einem Umsatzeinbruch von 1,5 auf 1,2 Mrd Euro infolge der bereits weitgehend stattgefundenen Liberalisierung von Postdienstleistungen. Eingespart wird bezeichnenderweise vor allem bei der Zustellung und im Schalterdienst, was im Klartext bedeutet, dass der Druck auf die verbleibenden Bediensteten weiter steigt und die Qualität der Postdienste sinkt.
Zum Protest von Postgewerkschaftschef Gerhard Fritz meint der GLB, dass nicht Worte, sondern Taten entscheidend sind. Vor allem muss den Post-Beschäftigten Rückendeckung des gesamten ÖGB in ihrem Kampf gegen die seit Jahren mit massivem Mobbing verbundene Arbeitsplatzvernichtung gewährt werden.


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