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Kurt W. Rothschild
Die politischen Visionen großer Ökonomen.
Stämpfli Verlag AG Bern, Wallenstein Verlag Göttingen 2004. 218 Seiten.
Ökonomie und Politik sind heutzutage zwei deutlich getrennte Wissensgebiete, obwohl sie in der Realität miteinander verflochten sind. Bedeutende Philosophen und ökonomische Wissenschafter waren sich aber immer dieser Interdependenzen bewusst und haben trotz wachsender Tendenz zu einseitiger Spezialisierung versucht, den Kontakt mit der politischen Problematik zu wahren. In den Kapiteln dieses Buches werden die politischen Visionen von sieben der bedeutendsten ökonomischen Theoretiker seit dem 18. Jahrhundert – Adam Smith, John Stuart Mill, Karl Marx, Alfred Marshall, Joseph Schumpeter, John Maynard Keynes und Friedrich Hayek – in ihrem Zusammenhang mit den ökonomischen Ideen und dem persönlichen und gesellschaftlichen Hintergrund der Autoren behandelt.
Rothschild weist im ‚Epilog‘ darauf hin, dass noch eine beträchtliche Zahl anderer Ökonomen in diese Kategorie eingereiht werden könnten, jedoch schwieriger als eine solche Erweiterung wäre die Frage, was man von einem „großen Nationalökonomen“ in Zukunft erwarten soll. Sowohl im ökonomischen wie im politischen und gesellschaftlichen Bereich bleibt kein Stein mehr auf dem anderen. Die mikroelektronische Revolution, Computerisierung, Transport- und Kommunikationsinnovationen, die so gut wie alle Wirtschaftsbereiche berühren, erfordern neue Sichtweisen im ökonomischen Bereich. Vor diesem Hintergrund ist es schwierig, klar zu erkennen, wohin die Reise – ökonomisch und politisch – geht. Von Schumpeter, so Rothschild, stammt der Satz: „Je näher eine Epoche der unsrigen liegt, desto weniger verstehen wir sie: Unsere eigene verstehen wir am allerwenigsten.“ Skidelski, der Biograph von Keynes, der voll Bewunderung für dessen Beitrag zur Durchleuchtung der Ökonomie seiner Epoche ist, stieß bei Betrachtung unserer heutigen Probleme den Stoßseufzer aus: „Ein neuer Keynes muss her.“ Es ist, so Rothschild jedoch nicht leicht, dieser Aufforderung Folge zu leisten.
(c) 2004 by Gewerkschaftlicher Linksblock
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