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Todesstoß für die
Wiener Stadtwerke
Lange wurde uns von Gewerkschaftsführung und Politikern der Rathausparteien vorgegaukelt, die Umwandlung der Wiener Stadtwerke in eine Holding sei nur eine Änderung der Gesellschaftsform, sonst hätte sie keine Auswirkungen!
Die Wahrheit sieht leider anders aus, schon lange vor der Wiener Wahl lagen die Pläne fertig in der Schublade und warteten auf ihre Umsetzung. Nur wollte man, allen Anschein nach, die günstigen Umfragen und somit einen sicheren Wahlsieg nicht gefährden. Ende 2001 tritt die Stromliberalisierung in Kraft, ab diesem Zeitpunkt kann jeder Stromkunde seinen
Versorger frei auswählen.
Dies ist auch das Startsignal für das Ende der Wiener Stadtwerke. Im Rahmen der börsennotierten niederösterreichischen EVN werden Wienstrom, Burgenländische Energie AG und Linzer E-Werke zu einer gemeinsamen Gesellschaft zusammengefasst. Wienstrom als eigenes Unternehmen verschwindet von der Landkarte und die Wiener Stadtwerke Holding AG wird zum kleinen Miteigentümer der neuen EVN-AG.
Spätestens in zwei Jahren sind aufgrund der EU-Gasmarktliberalisierung die Gaswerke an der Reihe. Vorbereitungen für eine Gas-Ost-AG laufen schon auf Hochtouren, bei der OMV wird das Gasgeschäft schon in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert. Damit werden aus den 100%igen Tochterbetrieben Wienstrom und Wiengas Minderheitsbeteiligungen der Wiener Stadtwerke an den neuen Aktiengesellschaften. Die Wiener Stadtwerke werden somit immer mehr von einer Muttergesellschaft, die ihre Töchter und Enkel führt und leitet, zu einer reinen Beteiligungsverwaltung, deren Ziel es ist, die anteiligen Gewinne zu kassieren und optimal anzulegen. Die Stadtwerke entwickeln sich somit zu einem "Investmentfond" der Stadt Wien. Bleiben eigentlich nur mehr als 100%ige Töchter die Wiener Linien und die Bestattung, doch warum sollten gerade diese Teilbereiche verschont bleiben? Der Privatisierungswahn grassiert schon seit Jahren im Wiener Rathaus, unter der Federführung der Sozialdemokraten und mit freundlicher Unterstützung unserer Mehrheitsfraktion FSG!
Faktum ist, dass seit geraumer Zeit, unter Federführung der Franzosen und Deutschen an einer Ausnahmeregelung in den EU-Gremien gearbeitet wird, um Verkehrsverbunde mit Schienenstruktur zu erhalten und eine Entscheidung zugunsten dieser Regelung absehbar ist!
Bei den großen Verkehrsverbunden von Paris und Berlin ist man bestrebt, diese zu erhalten. In Wien will man augenscheinlich einen anderen Weg gehen, koste es, was es wolle und das unter sozialdemokratischer Federführung und deren willigen Steigbügelhaltern, von der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter!
Euer Kollege
Roman Böhm-Raffay
Personalvertretung Speising
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