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EMCO nach Tschechien –
Betriebsräte im Abseits
Schon 1998 konnte angeblich nur noch ein Wunder Österreichs letzten Werkzeugmaschinenhersteller EMCO (lt. Presse vom 29.7.1997das einstige „Maschinen-Glanzstück“) aus Hallein, retten: Es drohte die Vereinnahmung durch den Konkurrenten Gildemeister, der in Italien angeblich um ein Drittel billiger produzierte und lediglich am Vertriebsapparat des Unternehmens interessiert gewesen sein dürfte. Gegen die drohende Übernahme durch italienische Investoren stieg auch der Arbeiterbetriebsrat auf die Barrikaden und kündigte in einem „Offenen Brief“ an den damaligen Bundeskanzler Klima an, diese „mit allen zu Gebote stehenden Mitteln“ verhindern zu wollen. Favorisiert wurde eine österreichische Investorengruppe, deren Fortführungskonzept als „klar und überzeugend“ unterstützt wurde. Darin wurde auch eine langfristige Unternehmens- und Arbeitsplatzsicherung, verbunden mit einer Festigung der Wettbewerbsposition Österreichs als Industriestandort, zugesagt.
Tatsächlich konnte Anfang des nächsten Jahres gemeldet werden, dass die in die Pleite geschlitterte Maschinenbaufirma den Ausgleich geschafft habe. Dafür wurden - bis auf die in den USA - alle Vertriebstöchter zugesperrt und das Programm auf Dreh- und Ausbildungsmaschinen reduziert. 350 Beschäftigte (nach zuletzt verbliebenen 400) schafften so 670 Millionen Schilling Umsatz und operativ schwarze Zahlen. So weit, so gut. Nur mit der zugesagten langfristigen Arbeitsplatzsicherung sollte es dann letztendlich hapern. Zwar ist nicht länger das bei den Lohnkosten um angeblich 30 Prozent günstigere Italien das Ziel der unternehmerischen Sehnsucht, sondern die tschechische Unternehmenstochter in Zebrak, aber auch überraschenderweise das Werk im ostdeutschen Magdeburg. Dort kommt man „dank der hohen Förderungen“ auf Lohnkosten in der Höhe von 16 Euro die Stunde, während man für Hallein 24 Euro veranschlagt. Und in Zebrak sollen es überhaupt nur 4,7 Euro sein ...
Hallein wird dafür ab sofort zum „Kompetenzzentrum“, in dem die Bereiche Forschung und Entwicklung, Marketing, Vertrieb, Logistik sowie Konzernstrategie angesiedelt sind. „Im Fertigungsbereich wird sich die Zentrale in Hallein auf höchstwertige Montage und die Bereiche Electronic und Electronic Software spezialisieren“, heißt es dazu. So könne EMCO dem „enormen Kostendruck durch die Nutzung von Synergien im Produktionsbereich begegnen und trotzdem die österreichischen Qualitätsstandards für alle EMCO-Produkte international gewährleisten“, berichtet der >Standard< vom 26.2.2004.
Mit derzeit noch 385 Beschäftigten soll EMCO im Vorjahr den Umsatz von 67,2 auf 75,3 Millionen Euro gesteigert haben. 1,5 Millionen werden als positives Betriebsergebnis erwartet. Dem nun angepeilten „strikten Kostensenkungsprogramm“ und der Verlagerung der Produktion nach Tschechien sollen bis 2005 rund 65 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Für „niederqualifizierte MitarbeiterInnen und bei Härtefällen“ sicherte die Geschäftsleitung die Beteiligung an einer von Land und Arbeitsmarktservice initiierten Arbeitsstiftung zu ...
„Das ist ein absoluter Wahnsinn!“ kommentierte dem Vernehmen nach Erich Kasperer, seines Zeichens Betriebsratsvorsitzender der Arbeiter, den verkündeten Personalabbau. Ein Betriebsrat, der noch zu Gunsten des derzeitigen Eigentümers als „Retter des Untenehmens“ auf die Barrikaden gestiegen ist, muss sich da natürlich gepflanzt fühlen. Umso mehr, als diese Person nicht nur 100-prozentiger Eigentümer von EMCO ist, sondern sich auch bereits die ATB-Antriebstechnik, sowie die Austrian Energy&Environment einverleiben konnte. Nun hat sich dieser „absolute Wahnsinn“ bekanntlich ein noch ehrgeizigeres Ziel gesetzt: Gemeinsam mit dem mächtigen SIEMENS-Konzern rittert „Investor“ Mirko Kovats um die – im Zuge der Privatisierungs-Doktrin der blau-schwarzen Regierung auf der Ausverkaufsliste stehende - VA-Tech ...
- Heinz Granzer -
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