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Reich und Arm: Die Kluft wird immer größer
Fünf der hundert reichsten Menschen kommen aus Tirol. Sie besitzen soviel an Vermögen als 150.000 Tiroler ArbeitnehmerInnen (das ist immerhin die Hälfte aller ArbeitnehmerInnen in Tirol) besagt eine Studie von Andreas Höferl bei der Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung.
Auftraggeber für die Studie ist der ÖGB. So weiß jetzt der Vorsitzende des ÖGB-Tirol, Reiter, dass die Familie Swarovski, Hans Reisch von der Spar, Michael und Fritz Egger, Michael Schwarzkopf (Plansee) und Eduard Fröschl rund 2,4 Mrd Euro Vermögen angehäuft haben. Und die Kluft zwischen arm und reich wächst laut Höferl schnell: „Betriebsüberschüsse von Selbstständigen wachsen doppelt so schnell wie Löhne und Gehälter."
Bei der Steuer verhält es sich laut der Studie genau umgekehrt: Die Arbeit ist weit höher besteuert als das Vermögen. Die Steuern auf Arbeit machen 42 Prozent und die der Vermögen 6 Prozent der Gesamtsteuereinnahmen des Bundes aus.
Erschreckend auch die Aussage, dass rund 80.000 der TirolerInnen arm bzw. armutsgefährdet sind. Besonders betroffen: Frauen, Landbevölkerung und kleine Gewerbetreibende.
Und was macht jetzt Tirols ÖGB-Chef Franz Reiter mit dem Wissen. Er fordert eine gerechtere Verteilung zwischen Arbeit und Vermögen, Maßnahmen zur Minimierung von Einkommensunterschieden und mehr Hilfe für Frauen.
„Warum so lapidar", fragt der Sprecher des GLB-Tirol, Josef Stingl. „Wo bleibt die Forderung nach einem Mindestlohn, die Forderung endlich gleiche Löhne für gleiche Arbeit, die Forderung nach Lohnerhöhungen die die Inflationsrate und die Produktivitätssteigerung abdecken." Und zur Steuergerechtigkeit meint Stingl: „Es muss endlich klar werden, wer Armut wirklich bekämpfen will, muss den Reichen etwas nehmen."
(c) 2004 by Gewerkschaftlicher Linksblock
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