Drohung der "Metaller" hat Wirkung gezeigt!

Für den 23. Oktober war in Wien eine Betriebsrätekonferenz vorgesehen, zu der ca. 5.000 Betriebsräte aus ganz Österreich erscheinen sollten. Durch den Abschluss der KV-Verhandlungen wurde diese hinfällig, stattdessen wurden die traditionellen Länderinformationen in den Bundesländern abgehalten. Vorangegangen waren die gescheiterten KV-Verhandlungen der Metallindustrie und der Angestellten in der Sektion Industrie, sowie die erstmals selber verhandelnde Gruppe der Elektro-Elektronikindustrie.

Bei beiden Verhandlungen waren die Vertreter der Wirtschaft bereit, das Rahmenrecht zu verhandeln und ließen nach stundenlangen zähen Verhandlungen über die Erhöhung der Löhne und Gehälter keine Einigung zu.

Daraufhin fassten unsere Gewerkschafter den Beschluss zur gesamt österreichischen Betriebsrätekonferenz, die den Arbeitgebern vermittelte, dass es jetzt ernst werden könne mit Kampfmaßnahmen in den Betrieben sowie eventuellen Beschlüssen über die Höhe der Lohn- und Gehaltsforderungen, die eventuell noch mehr Geld gekostet hätten.

Am 22. Oktober erfolgte dann der Abschluss, wie folgt:

Die Ist-Löhne werden um 2,9 Prozent erhöht, mindestens jedoch um 600 Schilling, eine Forderung des GLB um die unteren Lohngruppen abzusichern, die somit erfüllt wurde. KV-Lohnerhöhung um 3,0 Prozent. Diese Erhöhung kritisierte der GLB-Vertreter, Koll. Peter Scherz, als zu niedrig, gab aber dem Abschluss im Namen der Fraktion die Zustimmung.

Der Mindestlohn beträgt ab 1. November 2001 16.346 Schilling

Lehrlingsentschädigung und Zulagen werden ebenfalls um 2,9 Prozent erhöht, die Zulagen erst mit Wirkung 1. Jänner 2002!

Im Rahmenrecht wurde vereinbart: Krankengeld bei Freizeitunfall nun gleich wie bei Arbeitsunfall!

Kilometergeld bis 15.000 km S 4,90.- darüber S 4,60.-

Altersteilzeit - Fortführung wie bisher!

Karenzurlaube: Entgeltfortzahlung und Kündigungsfristen

Entfernungszulage: Österreichische Sätze müssen bezahlt werden !

Weiterbildung und Qualifizierung

Eine Verschlechterung: Lehrzeit wird zur Berechnung bei Abfertigung nicht angerechnet!

(Neues Abfertigungsgesetz bleibt abzuwarten, im Vorschlag sind Lehrlinge berücksichtigt!)!

Der Gewerkschaftliche Linksblock hat darauf hingewiesen, dass die KollegInnen nur einen ganz geringen Anteil an der Wertschöpfung abbekommen, von einem gerechten Anteil ist nicht zu sprechen. Eine Abgeltung der enorm gestiegenen Produktivität ist nicht gegeben. Gerade in Zeiten wo Konjunktureinbrüche stattfinden, ist ein hoher Abschluss wichtig um die Inlandsnachfrage zu stützen und Arbeitsplätze zu sichern. Eine weitere Möglichkeit wäre, der Finanzminister würde bei den Steuern ansetzen, dies ist aber aufgrund des Nulldefizits auszuschließen!

Alle Forderungen des GLB wurden erfüllt: Mindestbetrag, Abgeltung der Inflation, Anteil der Produktivitätssteigerung durch Netto-Reallohnzuwachs, keine Verteiloption, keine Verschlechterungen im Arbeitsrecht!

Die Verhandlungen fanden in einer wirklich sehr angespannten, politischen Zeit statt: Terroranschlag, Urabstimmung, Angriffe auf Gewerkschaft durch neofaschistische FPÖ-Funktionäre, Postskandal (>Dörfler), Fusionen der Einzelgewerkschaften usw. Mit der Zustimmung zum Abschluss hat der GLB ein deutliches Zeichen an Solidarität gesetzt.

Robert Käferböck


(c) 2001 by Gewerkschaftlicher Linksblock