
Vom Schrumpfen und vom Wachsen
Die Lohnrunden 2001 glichen nicht einmal die Inflation von 2,7 Prozent aus. Der Massenkonsum wurde aus den Sparschillingen noch auf relativ hohem Niveau gehalten. Aufschwung erwarten sich die Wirtschaftsforscher nicht aus eigener Kraft - nicht in Österreich und schon gar nicht in der EU - sondern aus Impulsen einer (eventuell) in den USA wieder anspringenden Konjunktur. Die Prognosen für 2002 und 2003 sind düster, nach dem sie schon seit mehr als einem Jahr laufend nach unten korrigiert werden mussten. Dennoch werden sie als optimistisch bezeichnet. Auch die internationalen Institutionen halten es für möglich, dass die Lage der Weltwirtschaft sich noch schlechter entwickelt als erwartet. Die österreichische Wirtschaft insgesamt wächst langsamer als der EU-Durchschnitt, 2002 bestenfalls um etwas über 1 Prozent. Die Industrieproduktion wuchs 2001 nur mehr um 1,8 Prozent (bis Herbst: Fahrzeugindustrie plus 8,2 Prozent, Maschinenbau plus 6,1 Prozent, Bekleidung minus 13,7 Prozent, Möbel, Schmuck minus 6,1 Prozent). Die markante Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt geht 2002 weiter, die Arbeitslosigkeit bleibt stabil. Report 2001: Weltweit gab es im Jahr 2000 7,2 Mio Dollarmillionäre (plus 2,9 Prozent), davon 2,3 Millionen in Europa. Mehr als 30 Mio Dollar besaßen 57.000 Personen (plus 6 Prozent), alles exklusive Immobilien. In der öffentlichen Wirtschaft Österreichs betragen - Maßstab sind die Privatkonzerne - die Managergehälter bis zu 7 Mio Schilling im Jahr. Die Rentenfonds in Österreich sollten 2001 einen Gewinn von 7,9 Prozent abwerfen, aber die versprochenen Aktiengewinne wurden nicht erreicht und die Leistungen aus der Eigenvorsorge gekürzt. Rechenaufgabe: Auf wessen Kosten werden in Österreich Verzinsungen dieser "Eigen"vorsorge von durchschnittlich 8 Prozent pro Jahr, also ein Mehrfaches des Wirtschaftswachstums, ausgeschüttet? Und woher holen sich die Millionen"verdiener" ihren Millionenzuwachs?