
Mogelpackung Gehaltsabschluss
Das Ergebnis der Gehaltsverhandlung: plus 2 Prozent Bezüge und plus 1,2 Prozent Nebengebühren Von Roman Böhm-Raffay. *) Große Hoffnungen setzte der Gewerkschaftliche Linksblock (GLB) auf die diesjährigen Gehaltsverhandlungen, da im Vorfeld der Verhandlungen im Wiener Vorstand (höchstes Gewerkschaftsgremium für Wien) vom Vorsitzenden der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), Kollegen Hundstorfer gesagt wurde "kein Abschluss unter 2 Prozent!" – Das Ergebnis ist jedoch sehr dürftig! Realer Einkommensverlust für alle Gemeindebediensteten Die Prognosen für 2002 gehen von einer Inflationsrate um 2 Prozent aus und eine Abgeltung dieser wurde klar verfehlt! Mit einer Erhöhung der Nebengebühren von nur 1,2 Prozent wird die tatsächliche Lohnerhöhung nur etwa magere 1,6 Prozent betragen. Der Großteil der Gemeindebediensteten ist in niedrigen und mittleren Einkommensstufen. Dass nicht einmal eine Inflationsabgeltung erreicht wurde, kann nur als herbe Enttäuschung bezeichnet werden. Die unterschiedliche Erhöhung der Bezüge und Nebengebühren kann nur als genialer Schachzug gewertet werden. Man versucht den Bediensteten zu suggerieren es gäbe eine 2-prozentige Erhöhung - die Realität sieht jedoch anders aus! Weit höhere Abschlüsse anderer Fachgewerkschaften - versagte die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten? Auch Metaller und Gewerbe haben nichts zu verschenken, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind bekanntlich für alle gleich, trotzdem schlossen wir weit geringer ab als andere Fachgewerkschaften! Der Grund dürfte in der politischen Abhängigkeit zwischen FSG und Rathaus-SPÖ liegen. Man wollte - vereinfacht gesagt - den politischen Genossen im Rathaus nicht zu sehr zusetzen! Zum Handkuss kommen die Gemeindebediensteten! Vergleiche mit Bundesbediensteten sind nicht angebracht, sie schlossen bekanntlich für zwei Jahre mit 0,8 Prozent ab, da der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Kollege Neugebauer, schon ankündigte, 2003 wird es wie ausgemacht für 2002 eine Inflationsabgeltung geben und die wird sich gewaschen haben. Dem zu Folge werden die Gemeindebediensteten eine der wenigen sein, die unter der Inflationsrate abgeschlossen haben! "GLB zu Konzessionen bereit, jedoch nicht unter der Inflationsrate" Dies war unsere Vorgabe auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ein Abschluss unter 2 Prozent ist für den GLB im Namen der KollegInnen jedoch nicht akzeptabel und daher abzulehnen! *) Roman Böhm-Raffay ist Mitglied des Wiener Vorstands in der GdG und GLB-Personalvertreter