Es kriselt in der Autoindustrie

Bei Opel bahnt sich eine harte Konfrontation zwischen Vorstand und Belegschaft an, denn der Konzern will den 13. Monatslohn (Urlaubsgeld) streichen und die Löhne einfrieren. 1993 und 1998 verzichtete die Belegschaft auf 770 Millionen Euro zur "Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit", 2.500 der 40.000 Arbeitsplätze wurden abgebaut.

In den USA kündigte Ford Werksschließungen und den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen an, denn der Gewinn müsse bis Mitte des Jahres auf 9 Milliarden Dollar steigen. Die Umstrukturierungskosten betragen 4,1 Milliarden Dollar. Die US-Konzerne hatten nach dem Rekordjahr 2000 im Vorjahr den Rückgang nur deshalb auf minus 1,3 Prozent beschränken können, weil sie mit zinsenfreien Krediten lockten. Die Kosten dafür werden auf 40 Milliarden Dollar geschätzt. Für heuer ist ein Rückgang um 10 bis 15 Prozent zu erwarten. Die österreichischen Produktionen bzw. Zulieferer sind von den großen Auslandskonzernen abhängig.

Alle Konzerne versuchen, neue Formen der Arbeitsorganisation zu entwickeln. Ganz so neu ist manches nicht, entnehmen wir der Grazer GLB-Betriebszeitung "Puchsplitter", wo es heißt: "Die damit einher gehende Flexibilisierung kennt keine Grenzen ... Ein interessantes Phänomen sind die so genannten Leihkräfte. Die LeiharbeiterInnen sind die Manövriermasse für den Notfall. Bei Produktionsrücknahmen sind sie die ersten, die "freigesetzt" werden. Auch bei uns ist ihre Zahl in den letzten Jahren ständig gestiegen. Der politische Effekt: Kündigungen und die damit verbundenen negativen Schlagzeilen in den Medien gibt es nicht mehr so oft wie früher. Es ist eine enorme Herausforderung für die Gewerkschaften, international konkrete Gegenstrategien gegen dieses neue Sklaventum zu entwickeln."

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