
BAWAG-Chef als Privilegienkaiser
Handlungsbedarf für ÖGB-Spitze Dringenden Handlungsbedarf seitens der ÖGB-Spitze sieht der GLB-OÖ im Zusammenhang mit dem Privilegienskandal um BAWAG-Chef Helmut Elsner. Da die BAWAG zu 51 Prozent im Besitz des ÖGB steht (49 Prozent wurden an die Bayerische Landesbank verkauft), haben die exorbitanten Bezüge und Abfertigungen Elsners Rückwirkungen auf die Gewerkschaften und daher kann es dem ÖGB nicht egal sein, wenn der BAWAG-Chef in einer geradezu empörenden Art und Weise privilegiert ist. Vor allem ist eine Stellungnahme von ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch dazu dringend erforderlich. Elsner hatte schon vor kurzem dadurch von sich reden gemacht, dass er ausgehend von einem Jahresbezug von 360.000 Euro und entsprechend seinem Vertrag eine Pensionsabfindung von sage und schreibe 3,6 Mio Euro im Zusammenhang mit seiner 2003 anstehenden Pensionierung kassiert. Nun wurde bekannt, dass Elsner für seinen Zweitjob als Generaldirektor-Stellvertreter der Lotterien AG ein zusätzliches Jahreseinkommen von 290.000 Euro kassiert. Diese Funktion übernahm Elsner im Zusammenhang mit dem Kauf der PSK und deren 34-Prozent-Beteiligung an den Lotterien durch die BAWAG. Obwohl es bei solchen Übernahmen üblich ist, dass der Generaldirektor nur in den Aufsichtsrat der Tochtergesellschaft einzieht, wurde Elsner auf Betreiben von Casino-Chef Leo Wallner ein Vorstandsposten zugeschanzt. Insider-Informationen zufolge hat sich Elsner sogar einen 5-Jahres-Vertrag für diese Position gesichert, so dass er nach seiner Pensionierung 2003 neben seiner satten BAWAG-Pension ein enormes Zusatzeinkommen bei der Lotterien AG gesichert hat. So wie Elsner hatte auch der frühere PSK-Boss Kurt Nößlinger einen Doppelbezug aus der Funktion als Vizechef der Lotterien AG, seine Nachfolger Erich Hampel und Max Kothbauer haben hingegen auf solche Privilegien verzichtet, was ihnen angesichts satter Vorstandsbezüge freilich nicht besonders schwerfallen dürfte. (Presseaussendung des GLB-OÖ vom 4. April 2002)