
Max Thum verstorben
Am 1. Mai 2002 starb Kollege Max Thum im 82. Lebensjahr. "Das Leben unseres Genossen, Kollegen und Freundes Max Thum ist zu Ende gegangen. Es war das Leben eines engagierten Arbeiters und eines Funktionärs, der niemals vergessen hatte woher er kam – und nie aus den Augen verlor, was er für die arbeitenden Menschen, für seine Kolleginnen und Kollegen erreichen wollte. Max entstammte einer Favoritner Arbeiterfamilie und erlernte den Beruf eines Installateurs für Elektro, Gas und Wasser. Er arbeitete als junger Mann in den Flugzeugwerken in Wiener Neustadt, unterhielt bereits erste Kontakte zum illegalen KJV, als er von dieser Arbeitsstelle weg in die Wehrmacht eingezogen wurde. Die Erfahrungen als Soldat und seine soziale und menschliche Gesinnung veranlassten ihn zu einem Schritt, bei dem er sein Leben riskierte: Er desertierte, verbarg sich bis zum Ende von Krieg und Faschismus und schloss sich sogleich der Kommunistischen Partei an. Er tat dies, weil die kapitaistische Ordnung letztendlich nicht nur Ausbeutung, Entrechtung und Unterdrückung bedeutet, sondern auch die Ursache für Faschismus und Krieg ist. In der KPÖ fand er die Gesinnungsgemeinschaft, die sich die Überwindung dieser Gesellschaftsordnung zum Ziel setzt. Und dieser Gemeinschaft, in der er wichtige Funktionen ausübte, hielt er bis zuletzt die Treue. Sein wichtigster Kampfplatz war der Betrieb. Sein Engagement für die Kolleginnen und Kollegen wurde ihm von diesen honoriert: 1956 zum Betriebsrat gewählt, errang er 11 Jahre später die Betriebsratsmehrheit in der Firma Persil. Max wurde Betriebsratsvorsitzender und blieb es bis zu seiner Pensionierung. Er war einer jener fast schon legendären Betriebsräte, die vielen Schwierigkeiten zum Trotz ein reiches Maß an Errungenschaften für ihre Kolleginnen und Kollegen erreichen konnten. Wenn sich noch heute viele Firmenangehörige an ihn erinnern, dann ist das wohl der schönste Beweis seiner Erfolge. Max gehörte dem Zentralvorstand seiner Gewerkschaft der Chemiearbeiter an und wurde auch zu deren stellvertretendem Vorsitzenden gewählt. Er gehörte der Bundesleitung und der engeren Führung des Gewerkschaftlichen Linksblocks an. Seine großen Praxiskenntnisse, verbunden mit seiner festen politischen Haltung und seiner Menschlichkeit, haben Max zu einem bedeutenden Faktor unserer Bewegung gemacht. Er war als Kollege, Genosse und Freund weit über unsere Kreise hinaus beliebt und geachtet. Und so wurde er über Vorschlag der Gewerkschaft 1977 mit der goldenen Medaille für Verdienste um die Republik ausgezeichnet. Es war ein Lebensweg, der seine Höhen und Tiefen gekannt hat. Umso höher ist es Max anzurechnen, dass er sich stets seine menschlichen Qualitäten bewahrte. - Sein Einsatz und seine Hilfsbereitschaft, seine politische Überzeugungskraft und seine Toleranz, seine Konsequenz in der Interessenpolitik bei gleichzeitiger Offenheit für die Sorgen und Probleme anderer – all das machte Max zu einem einmaligen und unvergessenen Menschen, Freund und Kampfgefährten. Wir werden dich nie vergessen!" Auszug aus der Verabschiedungsrede des GLB-Vorsitzenden Manfred Groß.