Viele Väter eines "Sieges"

Zum x-ten mal brüstet sich der ÖGB in Inseraten: >Ein Erfolg des ÖGB: Abfertigung für alle !< und wandelt damit offensichtlich auf den Spuren des römischen Feldherrn Pyrrhus, der zwar einen Sieg errungen, aber keine Soldaten mehr hatte. Abgesehen davon, dass bei genauerer Betrachtung die Veränderungen bei der Abfertigung eine Reihe von Verschlechterungen nach sich ziehen (so wird die derzeitige Regelung die Unternehmen weniger kosten als die alte - daher feiert ja die Wirtschaftskammer die Regelung ebenfalls als Sieg), wird von den reaktionärsten politischen Kräften die "Abfertigung neu" als "weiteres Pensionsstandbein" dargestellt. Damit wird bei der nächsten Pensionsgegenreform ganz sicher "operiert" und die Pensionen werden weiter verschlechtert werden.

Dass die reaktionärste österreichische Regierung nach 1945 eine Abfertigungsregelung "für alle Arbeitnehmer" und "auch bei Selbstkündigung" durchsetzte, ist außerdem für die größte Frakion im ÖGB, die FSG, wohl eher die Geschichte eines jahrelangen Misserfolgs. Immerhin saßen namhafte Mitglieder der FSG in den vorangegangenen Regierungen und hatten im Parlament viel mitzureden - und die Abfertigung blieb, wie sie war. Nichts wurde unter SPÖ-geführten Regierungen verbessert. Jetzt wird ein "Erfolg" gefeiert, nur weil Herr Leitl den Koll. Verzetnitsch "in sein Boot zurückgeholt" hat.

Dass es ohne gewerkschaftlichen Kampf keinen Fortschritt für die ArbeitnehmerInnen geben wird, beweisen gerade die Postbus-Kollegen unter Führung ihrer kämpferischen ArbeitnehmerInnen-Vertretung. Ihnen gebührt unsere ganze Solidarität, für das Inserieren Ihrer berechtigten Forderungen wird der ÖGB wohl kaum eine ähnliche Summe locker machen.

Helmuth Fellner,

AK-Rat des GLB


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