Betriebsratswahl bei WebFree TV

Bereits zum dritten Mal in zwei Jahren gab es bei der Firma WebFreeTV Betriebsratswahlen.

Die Firma macht Internet Fernsehen und beschäftigt rund 30 KollegInnen.

Die Durchsetzung eines Betriebsrats war von zahlreichen Gegenmanövern geprägt. Unter anderem wurde versucht, Betriebsrat Sven Hilberth zu kündigen. Bei der vorletzten Betriebsratswahl gewann eine geschäftleitungstreue Betriebsratsliste. Bei der letzten Wahl erreichte Sven Hilberth (SLP- Mitglied und GLB-Betriebsrat) mit seiner Liste "Konsequente Interessenvertretung-KIV" die Betriebsratsmehrheit. Eine der Hauptziele wird die Durchsetzung einer Betriebsvereinbarung für Arbeitszeit und Entlohnung sein.

Angesichts der Turbulenzen in der "New Economy" ein ehrgeiziges Vorhaben.

 

Betriebsrat bei Melzer-Kopie gegründet!

Bei der Betriebsratswahl bei Melzer Kopie ( 13 Standorte in 3 Bundesländern) am 6. Mai erreichte die Liste "Konsequente Interessenvertretung/KIV" mit 19 Stimmen ein Mandat und verfehlte mit 43 Prozent knapp den Vorsitz im neu gegründeten Betriebsrat. Die Gegenliste, die der Geschäftsleitung nahe steht, konnte sich mit 25 Stimmen durchsetzen. Das Ergebnis wird von der KIV trotzdem als Erfolg angesehen.

Die Geschäftsführung war von der Idee, einen Betriebsrat einzurichten, nicht gerade begeistert und ließ dies auch oft genug durchblicken. Es fanden sich auch kaum KollegInnen, die bereit waren, für die KIV zu kandidieren. Ihre Hauptargumente waren: Wir brauchen keinen Betriebsrat und noch weniger brauchen wir Konflikte in der Firma. Wir brauchen keine Gewerkschaft und keine politischen Parteien in der Firma. Außerdem hätte die KIV keine Gesprächsbasis mit der Firmenleitung.

Einer der Hauptinitiatoren der KIV und der Betriebsratsgründung war Harald Mahrer, der aus seiner Mitgliedschaft bei der SLP und seinem Bekenntnis zum GLB nie ein Geheimnis machte und nun die KIV im Betriebsrat vertritt. Bei der Liste arbeiten auch andere Linke mit. Außerdem stand ihnen Oliver Jonischkeit, GLB- Sekretär im ÖGB, oft mit Rat und Tat zur Seite. Die Liste hat ein kämpferisches, linkes Programm.

Dementsprechend hart waren auch die Auseinandersetzungen, die seitens der Gegenliste vor allem von Angriffen auf Harald Mahrer geprägt waren. Seitens der Geschäftsleitung wurde eine wahrscheinliche KIV-Kandidatin gekündigt. Ein gerichtliches Verfahren ist anhängig. Außerdem ist die Firma in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Angesichts der schwierigen polarisierten Ausgangsposition werden die Installierung eines Betriebsrates und das Wahlergebnis als Erfolg eingeschätzt.

Wir gratulieren den Kollegen Hilberth und Mahrer und wünschen ihnen viel Kraft für ihre neue Tätigkeit!


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