FEMINISTISCH REGIEREN! JETZT ...

ist die Zeit für ein deutliches frauenpolitisches Signal!"

lautet die Einladung zu einer gesamtösterreichischen Frauenkonferenz in Wien.

Am 25./26. Oktober werden über hundert Frauen aus allen Bundesländern, aus den unterschiedlichsten Organisationen und Lebenszusammenhängen zusammenkommen, um ihre Vorstellungen an eine künftige Regierungspolitik zu formulieren.

"Die frauenpolitischen Entwicklungen der letzten Zeit fordern gerade in

Vorwahlzeiten ein deutliches Zeichen aller Frauenorganisationen, -einrichtungen, -gruppen und Einzelfrauen im Hinblick auf notwendige politische Entscheidungen in der Zukunft" heißt es in der Einladung.

Einige Frauenorganisationen haben sich bereits vor Monaten zusammengetan, um

auf möglichst breiter Basis eine große Frauenkonferenz zu organisieren. Die

vor der Tür stehenden Wahlen haben die Frauen zu einem schnellerem Vorgehen veranlasst. Die Redaktion sprach mit Heidi Ambrosch, Frauenvorsitzende der KPÖ und Mitinitiatorin der Konferenz.

"Seit 1996 besteht eine breite Zusammenarbeit unterschiedlichster Frauenprojekte und -initiativen. 1997 erarbeiteten wir am Internationalen Frauentag einen Katalog von Schwerpunktforderungen, die wir den damals zuständigen MinisterInnen gemeinsam vorgetragen haben. Am 8. März 1998 verlas Elfriede Hammerl bei einer Kundgebung vor dem Parlament eine gemeinsam verfasste Budgetrede. Wir haben bereits in diesen Jahren Alternativen zur neoliberalen Politik formuliert. Die Liste all der Diskriminierungen und unserer Forderungen ist unter blau-schwarz noch um einiges länger geworden. Wenn wir mit dieser Konferenz einen weiteren Anlauf nehmen, so nicht, um zur weniger langen Liste zurückkehren zu wollen, sondern um ein deutliches Signal an alle Parteien zu senden, die von Frauen gewählt werden wollen. Die wie auch immer gedachte Modifizierung des Kindergeldes und Allgemeinplätze wie die Luftblasen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden den Frauen nicht genügen. Reale Verbesserungen der Lebensbedingungen für Frauen erfordern existenzsichernde Arbeitsplätze, Mindesteinkommen und -absicherung unabhängig vom Partnereinkommen, ausreichende Budgetierung für Frauenprojekte und -initiativen und vieles mehr. Wir werden die PolitikerInnen konkret befragen, was sie umzusetzen gedenken und auch fragen, wie sie es finanzieren wollen. Wer, wie Gusenbauer, keinen Spielraum für Umverteilung sieht, wird unsere Forderungen nicht finanzieren können. Wer wie auch Van der Bellen nicht daran denkt, die Milliarden multinationaler Konzerne, von Banken und Versicherungen anzutasten, hat den Frauen nichts zu bieten außer immer schlechtere Jobs ohne sozialrechtliche Absicherung. Feministisch regieren heißt, die Lebensbedingungen von Frauen, Migrantinnen in den Mittelpunkt zu rücken. Es ist spannend zu sehen, dass die daraus abgeleiteten geforderten Maßnahmen allen Mitgliedern der Gesellschaft zu Gute kommen, mit Ausnahme derer, die auf Kosten anderer leben."

Zu Beginn der Konferenz werden gemeinsam Themenbereiche, die in einem >Feministischen Regierungsprogramm< angesprochen werden sollen, aufgelistet. Die inhaltlichen Positionen und Forderungen zu den einzelnen Themenbereichen werden zunächst in Kleingruppen gesammelt, anschließend im Plenum präsentiert, diskutiert und beschlossen und schließlich von Arbeitsgruppen in eine programmatische Formulierung gegossen.

Das so entstehende >Feministische Regierungsprogramm< soll an die kandidierenden politischen Parteien und an die Medien übermittelt werden. "Wir zählen auf eure Kreativität, eure Widerstandskraft, euren Ideenreichtum und eure Lust auf vernetztes frauenpolitisches Engagement - und hoffen, dass viele Frauen aus allen Ecken des Landes kommen!"

Die GLB-Frauen sind dabei.

Kontakt und weitere Infos:

Die Konferenz findet am 25./26.Oktober 2002, von 14.00 bis 17.00 Uhr in 1070 Wien, Siebensterngasse 42, Kosmos-Frauenraum statt.

e-mail: feministischregieren@yahoo.de od. Tel. 0676-544 26 46


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