Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte

Zur Zeit der Drucklegung dieser Ausgabe war noch nicht entschieden, wer sich künftig auf der Regierungs- und Oppositionsbank gegenseitig beflegeln wird. Andererseits ist das aber auch relativ egal, denn irgendwann wird auch der/die Dümmste erkennen müssen, dass eine beinahe lückenlose Übereinstimmung der vier Parlamentsparteien beim neoliberalen Totalumbau Österreichs, bei der Zertrümmerung von Volksvermögen und seit Jahrzehnten bewährter Strukturen besteht.

Keine Illusionen!

Es wäre naiv zu glauben, dass nicht auch das Unternehmen ÖBB, bzw. dessen lukrative Teile, weiterhin auf dem Speiseplan des weltweit nach Veranlagung strebenden Kapitals steht. Was die von der EU inspirierte Zergliederung eingeleitet hat, findet nun in den Liberalisierungsphasen seine Fortsetzung und wird zur völligen Demontage der ÖBB als volkswirtschaftlich orientierter Verkehrsträger führen. Aber das stört in diesem Land offensichtlich nur die paar Linken die es noch gibt, denn die ÖsterreicherInnen mögen ihre Bahn ohnehin nicht besonders und auch die bereits jahrelang demoralisierten und geprügelten KollegInnen verlieren zunehmend ihre Loyalität zu einem Betrieb, in dem der Mensch immer weniger zählt.

Profit Neujahr!

Während im Politikstadl über Abfangjäger und Peanuts wie Ambulanzgebühren diskutiert wird, reibt man sich im Hintergrund ob des zu erwartenden Reibachs die dreckigen Hände. Immerhin werden so ertragreiche Profitfelder wie Alters- und Gesundheitsvorsorge zur Ernte vorbereitet. Aber das macht auch nichts, denn unsere Kinder können ja kräftig vorsorgen und sich gegen alles und jedes versichern lassen. Vorausgesetzt wir können noch ihre Ausbildung finanzieren und sie finden auch ausreichende Arbeit um die Prämien bezahlen zu können.

Und immer wieder: Lohnraub und Rentenklau

Ein Filz aus Politik, Wirtschaft und Medienkartellen hat in Österreich das Sagen und natürlich dienen auch wieder die EisenbahnerInnen als willkommene Prügelknaben. Dienst- und Pensionsrecht gehören "harmonisiert" sagen die so genannten "Experten" und Rechtsbeugung ist ja auch nichts Neues mehr. Dafür ist verschärftes Lohn- und Sozialdumping angesagt und überhaupt gibt es noch viel zu viele Aktive wie PensionistInnen. Da darf man auch ruhig Pensionskosten als Zuschussbedarf ausweisen, um Stimmung zu machen. Vielleicht könnte man auch Mauthausen wieder anheizen – in dieser Republik ist ja mittlerweile vieles möglich geworden. Bekanntlich werden bereits jetzt ÖBB-PensionistInnen in Gestapomanier wegen "Erschleichung von Pensionsleistungen" polizeilich vorgeführt.

AUFRUF!

Es gibt Alternativen und die einzige konsequente Opposition zur heutigen Situation war immer links und außerparlamentarisch! Der Gewerkschaftliche Linksblock (GLB) hat diese Entwicklungen vorausgesehen und ruft in dieser vermeintlich aussichtslosen Situation alle aufrechten EisenbahnerInnen, die Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE) sowie den Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) in seiner Gesamtheit zum knallharten, solidarischen Widerstand auf! Die Zeit des Schmusekurses und des parteipolitisch motivierten Taktierens ist endgültig vorbei! ES GEHT LETZTLICH UM ALLES!

- Werner Beier -


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