Genosse Kurt Weis ist Tod

 

Kollege und Genosse

Kurt Weis ist tot

29. 12. 1943 - 17. 02. 2003

Weit über die Grenzen des Ybbstals hinaus hat sich Kurt Weis einen Namen gemacht. Als glühenden Kommunisten und sehr engagierten Gewerkschafter haben ihn nicht nur Genossinnen und Genossen kennen und schätzen gelernt, sondern auch unzählige Menschen, die er von unserer Vision einer klassenlosen Gesellschaft sowie den be-rechtigten Forderungen und Rechten der arbeitenden Menschen überzeugen wollte, und viele, die er überzeugt hat.

Kurt entstammte einer Arbeiterfamilie und dies prägte auch seine soziale Einstellung, sein ganzes Leben, sein Wirken. Er verpflichtete sich beim Militär und übte danach Tätigkeiten als Landvermesser und Fabrikarbeiter in einem kleinen Unternehmen aus, bevor er in die Böhler-Ybbstalwerke als Schmied eintrat, wo er über 25 Jahre arbeitete. Ein halbes Jahr nach seinem Eintritt in die Firma kandidierte er als Betriebsrat für den GLB.

Er erlebte alle Höhen und Tiefen in diesem Unternehmen. Priorität in seinem Wirken als Betriebsrat hatte immer der Einsatz für die KollegInnen, von denen viele seine Hilfe suchten. Bei jeder Wahl sprachen ihm die KollegInnen großes Vertrauen aus. Er vertrat die KollegInnen und die Fraktion als GLB-Betriebsrat in den Austrian Industries, im Konzernbetriebsrat und im EU-Betriebsrat der Böhler-Uddeholm.

Kurt war Mitglied in der Bezirksleitung Amstetten des ÖGB und zuletzt Pensionistenvertreter des GLB im ÖGB Niederösterreich. Auch in der Kontrolle des Bundes-GLB war er tätig.

Er war sechs Jahre lang ein sehr ehrgeiziger KLS-Gemeinderat in Sonntagberg. Dort führte er unzählige hitzige Debatten in der Gemeindestube. So manche Anträge und Initiativen, die von ihm kamen, wurden auch realisiert. Nur wenige Stimmen fehlten bei der letzten Wahl auf das Mandat, dennoch war er auf fast allen folgenden Sitzungen anwesend, sogar eine eigene Sitzgelegenheit wurde ihm dazu bereitgestellt.

Unser Kurt war auch immer ein fairer, aktiver Sportler. Vor wenigen Jahren erst organisierte er beim KSV in Böhlerwerk eine Pensionisten-Fußballmannschaft; dabei hat er sich auch die schlimme Verletzung des Beines zugezogen, die schließlich zu seinem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Berufsleben führte.

Schwere Krankheiten überkamen ihn nacheinander, die letzte war heimtückisch und gemein, dennoch beklagte er sich nie. Er war stets optimistisch und kämpferisch und sah den Tatsachen ins Auge. Auch in der schwierigsten Zeit war er für seine Mitmenschen da und praktizierte als Kommunist Beratung für Pensionisten und unschuldig in Not geratene Menschen. Seine Unkompliziertheit und Geselligkeit, vor allem aber seine Kontaktfreudigkeit, sowie seine Art, nicht zu verzagen, wenn es mal nicht so gut ging, trotzdem zu scherzen und sich die Lebenslust und Freude nicht nehmen zu lassen, brachte ihm viele Freundschaften ein, vor allem auch mit jungen Menschen.

Der GLB und die Bezirksorganisation Amstetten-Ybbstal der KPÖ verlieren in Kurt einen Genossen, der den GLB und die KPÖ immer und überall repräsentierte. Wir verlieren einen Freund, einen Kampf- und Weggefährten, der die Gabe hatte, uns stets anzuspornen und uns unsere Ziele vor Augen zu führen. Wir werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren. In unseren Herzen wird er weiterleben.

"Freiheit" und "Glück auf!"


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