Antrag 2: einstimmig angenommen

Einschnitte ins Pensionsrecht

Massive Verschlechterung des Lebensstandards droht !

GLB für Betriebsversammlungen - Demonstration - gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen - Streik

Was die Regierungsparteien als "Pensionsreform" paktiert haben, hat die Funktion eines Vorschlaghammers zur Zerschlagung des Pensionssystems. Die einzelnen Maßnahmen lassen sich in ihrer Zusammenwirkung wie folgt kennzeichnen: Länger arbeiten, bedeutend weniger Geld, extreme Ungerechtigkeiten, vor allem gegen die Frauen, und nicht zuletzt weiterer finanzieller Rückzug des Staates aus dem Sozialsystem. Dazu kommen die Wirkungen der Abschaffung der Frühpensionen auf den Arbeitsmarkt: Höhere Alters- und Jugendarbeitslosigkeit! Ältere ArbeitnehmerInnen ohne Chance auf einen Arbeitsplatz werden mit dem Arbeitslosengeld, der Notstandsunterstützung oder gar der Sozialhilfe abgespeist werden. Jene aber, die noch länger arbeiten "dürfen", werden den Zugang jüngerer Menschen zur Erwerbsarbeit verlegen.

Und das sind die gravierendsten Maßnahmen im Einzelnen:

Dieses Programm, das nun in kürzester Zeit durchgepeitscht werden soll, wird katastrophale Auswirkungen auf die Versicherten haben. Auf Grund der Struktur und der Menge der Versicherungszeiten werden die Frauen die höchsten Verluste hinnehmen müssen - generell sind alle jene Versicherten am härtesten betroffen, die aus den verschiedensten Gründen, wie etwa längerer Ausbildungszeiten, weniger Versicherungsmonate ausweisen können. Nach neuesten Berechnungen können die Verluste bis über 30 Prozent betragen.

Die Abschaffung der Frühpensionen und die zu erwartenden finanziellen Verluste für die Versicherten stellen einen schweren Eingriff in die Lebensplanung der jetzt arbeitenden Generationen und einen Bruch des Vertrauensschutzes dar und werden immer mehr Menschen in soziale Notlagen bringen. Ein Grundprinzip der Sozialgesetzgebung, nämlich die Sicherung des Lebensstandards im Alter, bei Krankheit und Arbeitslosigkeit, wird gröblichst verletzt. Einfacher gesagt: Dem Wachstum der Armut wird Vorschub geleistet - und das in einer Situation, in der sich die PolitikerInnen nicht einmal dazu durchringen können, die ärgsten Sumpfblüten ihres eigenen Privilegiensystems zu beseitigen!

Der Hintergrund für diese unsozialen und unannehmbaren Maßnahmen ist die "Budgetsanierung". Die Lasten tragen wieder einmal allein die ArbeitnehmerInnen und die ohnehin schon sozial Benachteiligten, wie die MigrantInnen und "Saisonniers", die unter den schlimmsten Bedingungen arbeiten müssen. Die Großkonzerne, die Banken und Versicherungen sowie die Finanzspekulation werden hingegen mit Begünstigungen und Geschenken bedient.

Der Gewerkschaftlichen Linksblock protestiert gegen diese Angriffe auf das Pensionssystem und stellt sie in Zusammenhang mit den anderen geplanten Verschlechterungen, etwa im Bereich des Arbeitsrechts, des Gesundheitswesens und des Arbeitslosenrechts.

Wir stellen den unsozialen Kahlschlagkonzepten der Regierung im Sinne einer finanziellen Sicherung und sozialen Reformierung des Sozialsystems die Forderung nach radikaler Umverteilung der geschaffenen Werte entgegen. Wir verlangen:

Der Gewerkschaftliche Linksblock drängt in den Gewerkschaften und im Gesamt-ÖGB auf eine entsprechende Antwort auf die Kampfansage der Regierung: Alle gewerkschaftlichen Möglichkeiten sind auszuschöpfen, um diesen Angriff zurückzuweisen: Betriebsversammlungen, Demonstrationen, punktuelle Kampfmaßnahmen und Streik. Der ÖGB sollte angesichts der ungeheuren Herausforderung notfalls zum Mittel des Generalstreiks greifen.

Der GLB wird selbst im Sinne seines Protests und seiner Umverteilungs-Alternativen aktionspolitisch aktiv werden.

 


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