Ölgeschäfte

Ein Wort zum Erdöl. Der Krieg der USA im Irak gilt weniger einem bösen Tyrannen - da haben die USA bekanntlich rasch wechselnde Interessen wen sie gerade als Schurken oder als Verbündeten behandeln. Es hatten sich zum Beispiel sowohl Rußland als auch China schon vertraglich die Erschließung irakischer Erdölvorräte gesichert. Das bedeutet auch politisch Einfluss und Macht. Flugs haben die USA die Erdölfelder besetzt und deren weitere Erschließung ihren eigenen Firmen versprochen. Das hat natürlich nichts zu tun damit, dass die halbe USA-Regierung samt Präsident und Vizepräsident mit den Erdölmultis verbandelt ist oder war.

Es rechnen auch andere Konzerne mit lukrativen Aufträgen aus dem Topf der rund 100 Milliarden Dollar, die der Wiederaufbau Iraks kosten werde und der nach USA-Vorstellung mit Erdöl bezahlt werden solle - 15 Mrd Dollar pro Jahr dürften aus dem Erdöl zu lukrieren sein. Die neuesten Schurkenstaaten Frankreich und Deutschland werden natürlich vorerst nicht mit naschen dürfen. Das haben sie davon, dass sie sich nicht mit dem Raubkrieg solidarisiert haben. Wer die ebenfalls rund 100 Milliarden Dollar Kriegskosten der USA trägt, ist leicht zu erraten.

Der österreichische Erdölmulti OMV ist ebenfalls in arabischen Ländern aktiv, ein großes Aktienpaket gehört übrigens einem arabischen Erdölclan. Die Milliardengewinne der OMV wandern natürlich nur zum Teil in die Erschließung neuer Vorkommen im eigenen Land, womit man kürzlich sogar einen großen Erfolg erzielen konnte. Milliarden wurden dafür ausgegeben, den Markt in Mittelosteuropa durch die Erwerbung von Produktions- und Tankstellenketten zu beherrschen. Nach der Rationalisierungs- und Ausgliederungsorgie der OMV mit Dezimierung der Beschäftigtenzahl dürfen die Aktionäre sich freuen. Bald werden die restlichen Aktienpakete - auf Befehl der Regierung - der demokratischen Kontrolle des österreichischen Staates entzogen sein. Das Schicksal des gesamten gemeinwirtschaftlichen Sektors.

"Privatisierung ist Diebstahl!" sagt der GLB.

 


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