Liberalisierung - "Paradebeispiel" Dänemark

Seit die Nebenstrecken im westdänischen Jütland von der britischen Arriva befahren werden, plagen Absagen und Streiks den Schienenverkehr. Die Passagiere werfen einen müden Blick auf die Info-Schilder im Bahnhof: "Abgesagt" steht dort, wo der nächste Zug angekündigt sein sollte. Frierend traben sie zum Bushalteplatz - kein Bus. Nach 20 Minuten fährt einer vor, viel zu klein für alle. Sehnsüchtig erinnern sich die Dänen an ihre chronisch verspäteten Staatsbahnen zurück: "Damals kamen wenigstens Züge, wenn auch verspätet. Seit der Privatisierung hingegen plagen Absagen, Streiks und Sicherheitsprobleme den Schienenverkehr, weil sich die Arriva-Leitung bei der Zahl der Lokführer verschätzte".

So wurde der Versuch, einen Teil des Eisenbahnnetzes zu privatisieren, zum Fiasko. "Unakzeptabel" sagt selbst der Verkehrsminister. Das Volk fordert mittels Unterschriftenlisten die Rückkehr der Staatsbahnen. Die Auswirkungen waren voraussehbar, schließlich gab es genug Warnsignale aus England und Holland. Die Fahrpläne enthielten immer weniger Züge, die dann teilweise sogar ausfielen, weil es zu wenige Lokführer gab. Man fuhr mit überpinselten Waggons und pensionierten Mitarbeitern der alten Staatsbahnen.

Wir sollten aus der Erfahrung lernen, schließlich soll es für die Pendler kein Glücksspiel sein, wann und ob sie zur Arbeit kommen.

 

 

 


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