Liebe Kollegin Bachner,

Die bisher erreichten Verbesserungen am "Pensionszerschlagungskonzept" der Bundesregierung sind unseres Erachtens insbesondere durch die gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen und Abwehrstreiks des ÖGB zustande gekommen. Sowohl die Aktionstage am 6. Mai und 3. Juni sowie die Großdemonstration am 13. Mai haben gezeigt, dass die Mobilisierungsfähigkeit der Gewerkschaften nach wie vor gegeben ist. Trotz der bisher bekannt gewordenen Veränderungen sehen wir keine substanziellen Verbesserungen - nach wie vor soll die so genannte "Reform" von den ArbeiterInnen, Angestellten und BeamtInnen letztlich selbst bezahlt werden. Von einer Beteiligung der Wirtschaft an der Finanzierung der Pensionen beziehungsweise des Sozialstaates - zum Beispiel durch die Einführung von Wertschöpfungsabgabekomponenten - ist nach wie vor keine Rede.

Der ÖGB-Bundesvorstandsbeschluss vom 24. April, der als Ziel die Rückstellung des Pensionspakets und ernst zu nehmende Verhandlungen der Sozialpartner bis zum Herbst vorsieht, ist meines Erachtens weiterhin aufrecht, da dieses Ziel bis dato nicht erreicht wurde. Auch gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen sollten zur Erreichung des Ziels weiter ins Auge gefasst werden - auch über eine etwaige Beschlussfassung im Parlament am 11. Juni hinaus.

Glück auf!

Für den GLB, Oliver Jonischkeit


(c) 2003 by Gewerkschaftlicher Linksblock