Nächste Ausfahrt Paris

Vom 12. bis 15. November findet in Paris das Zweite Europäische Sozialforum statt. Vor der Ausfahrt Paris liegen jedoch noch einige andere Abzweigungen für die globalisierungskritische Bewegung.

Von Manfred BAUER.

Mitte September etwa findet im mexikanischen Küstenort Cancun das neoliberale Treffen der WTO (Welthandelsorganisation) statt. Dabei wird es darum gehen, die Macht der WTO und anderer neoliberaler Institutionen wie etwa der Weltbank zu zementieren und auszubauen.

Doch zehntausende VertreterInnen von sozialen Bewegungen aus aller Welt, Bauern, StudentInnen, GewerkschafterInnen, FrauenaktivistInnen usw. werden ebenfalls anwesend sein. Neben zahlreichen Straßenaktionen und einer Großdemonstration ist ein "Forum der Völker" geplant, auf dem über die desaströsen Folgen des liberalisierten Welthandels für weite Teile der Weltbevölkerung und die Alternativen zum Freihandelsregime diskutiert werden soll.

Fünf Tage lang wird es um Themen wie Landwirtschaft, Handel und Gewalt, Ressourcen und Umwelt, Privatisierung und öffentliche Dienstleistungen gehen.

Schon Tage vor dem WTO-Gipfel in Cancun treffen sich im italienischen Riva di Garda vom 4. bis 6. September die AußenministerInnen der EU, um ihre Verhandlungspositionen vor der WTO-Tagung festzumachen.

Zeitgleich organisieren Gruppen des italienischen Sozialforums in Riva einen internationalen Alternativgipfel unter dem Motto "WTO abschaffen".

In Form von Diskussionsveranstaltungen und einer Großdemonstration soll versucht werden, den reibungslosen Ablauf des EU-Außenministertreffens zum WTO-Gipfel nachhaltig zu stören.

In den zwei Monaten vor dem Zweiten Europäischen Sozialforum wird es dann noch einige Treffen der nationalen und der internationalen Vorbereitungskomitees geben. Sie dienen dem Ziel, auf der Basis der Erfahrungen von Florenz organisatorische und inhaltliche Fragen und Probleme zu diskutieren und Lösungsstrategien zu erarbeiten.

Paris - Austragungsort ist der Pariser Vorort St. Denise - selbst dürfte den komplexen Rahmen von Florenz noch übersteigen. Vom französischen Komitee werden etwa 50.000 TeilnehmerInnen erwartet, allein schon wegen der über 70 regionalen Sozialforen in Frankreich und der neu hinzu gekommenen Foren aus Osteuropa und Skandinavien.

Erwartungsgemäß wird von Wien aus wieder ein Sonderzug, bereit gestellt von der Gewerkschaft der EisenbahnerInnen, nach Paris geführt. Am 1. Sozialforum in Florenz waren etwa 500 österreichische TeilnehmerInnen dabei, in Paris rechnet die nationale Vorbereitungsgruppe mit einer Verdoppelung dieser Zahl.

Neu in Paris wird sein, dass es am 12. November ein eigenes Frauenforum im Rahmen des ESF geben wird. Dessen Ziel soll darin bestehen, eigene Frauenräume zu schaffen und mit feministischen Inhalten in sämtlichen Veranstaltungen vertreten zu sein.

Das Gewerkschaftstreffen in Paris wird versuchen, inhaltliche Schwerpunkte zu den Themen Privatisierung, Pensionen und Gesundheitsvorsorge zu setzen und Widerstandsstrategien zu entwickeln. Ein weiteres Ziel besteht darin, innerhalb der globalen Gewerkschaftsbewegung tragfähige Netzwerke aufzubauen und Umsetzungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Für eigene Seminare und Workshops am ESF gilt der 19. September als Anmeldeschluss vereinbart.

Das nächste Treffen des Austrian Social Forums findet am 20. September in Klagenfurt statt.


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