Volle Solidarität mit den AUA-KollegInnen

Mit den großen Streiks vom Mai und Juni dieses Jahres hat sich die politische Landschaft in Österreich grundlegend verändert. Dies zeigen eine Reihe von Streikdrohungen die es gegeben hat, etwa beim Postbus oder bei den LehrerInnen. Nun bestätigen die KollegInnen des AUA-Bordpersonals diesen Trend.

Von Michael GEHMACHER.

Schon 1993 streikte das Bordpersonal für den Rücktritt des damaligen SPÖ/ÖVP-Managements. Ihr Beispiel hätte Schule machen können, wenn sich auch VOEStler oder EisenbahnerInnen Anfang der Neunziger gegen ihr Management erhoben hätten.

Im aktuellen Konflikt will das AUA-Management Löhne und Gehälter um bis zu 35 Prozent kürzen, um die AUA "international wettbewerbsfähig" zu machen. Die Betriebsräte von AUA- und Lauda –Bord und der Betriebsrat der Tyrolian haben sich auf einen gemeinsamen Kollektivvertrag mit einem neuen Lohnschema geeinigt. Dieses Lohnschema sieht vor allem höhere Gehälter für die Lauda- und Tyrolian-Belegschaft vor. Der Vorschlag für ein neues Gehaltssystem wurde durch eine Urabstimmung der Bordbelegschaft bestätigt. Mit dieser Urabstimmung wurden die Bord-Betriebsräte auch berechtigt, Maßnahmen zur Durchsetzung dieses Gehaltssystems zu ergreifen. Auch darum geht es im momentanen Arbeitskampf.

Die AUA-Bordbelegschaft

braucht unsere Solidarität!

Das AUA-Management schüchtert die Belegschaftsmitglieder per e-Mails ein. KollegInnen, die sich an den Streiks beteiligen, wird mit Entlassung gedroht! AUA-Chef Sörensen droht der Gewerkschaft Handel-Transport-Verkehr (HTV) mit einer Klage, weil Streikposten aufgestellt wurden.

Medien und Management sprechen von den hohen Piloten-Löhnen. Tatsächlich geht es bei den Einsparungen aber nicht nur um die Piloten, sondern auch um FlugbegleiterInnen und andere. Natürlich gehören die AUA-Piloten zu den besser Verdienenden in der Arbeiterschaft! Nur welche BILLA-Kassierin bekommt mehr, wenn einem Piloten das Gehalt gekürzt wird. Klar ist auch, dass Pilot ein verantwortungsvoller Job ist, wo Ruhepausen, Arbeitszufriedenheit, Gesundheit und Bezahlung eine Frage der Sicherheit sind. Außerdem wird mit den Gehältern in den Medien auch maßlos übertrieben! Das Einstiegsgehalt der Piloten liegt bei 2.218 Euro brutto im Monat. Viele arbeiten aus Stressgründen nur Teilzeit. Wie bei einer parlamentarischen Anfrage ans Tageslicht kam verdient AUA-Chef Sörensen monatlich mindestens 18.400 Euro.

Statt einer Privilegiendebatte wäre eine gemeinsame Initiative aller vermeintlich "Privilegierten" ein wichtiger Schritt zur Ausweitung des Widerstands. Ein erster Schritt könnte eine gemeinsame Demonstration von EisenbahnerInnen, Postbediensteten, LeherInnen und AUA-Personal gegen Einsparungen und Arbeitshetze sein.

Lassen wir die AUA-Belegschaft nicht im Stich!

Solidaritätsbotschaften bitte an: office@aua-brb.org


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