
Massive Kritik an Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen
Massive Kritik an Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen Verzetnitsch als Zuchtmeister für Standortpolitik der Unternehmer Als neoliberaler Zuchtmeister agiert ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch
gemeinsam mit seinem Sozialpartnerzwilling Wirtschaftskammer-Präsident Christoph
Leitl bei der Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen für Arbeitslose,
kritisiert der Gewerkschaftliche Linksblock (GLB) Oberösterreich. "Mit den jetzt gemeinsam ausgeschnapsten massiven Verschlechterungen
werden die verbalen Attacken der ÖGB-Spitze gegen die unsoziale Politik
der schwarz-blauen Regierung einmal mehr als Dampfablassen auf Kosten der
Lohnabhängigen entlarvt", meint GLB-Landessekretär Roland Hochstöger. Als Ergebnis der Sozialpartner-Regelung gilt der Berufsschutz für
Arbeitslose künftig nicht mehr bis zum Wechsel in die Notstandshilfe
nach sechs Monaten Arbeitslosigkeit, sondern nur mehr für die ersten 100
Tage. Der Entgeltschutz als "angemessene Entlohnung" laut
Kollektivvertrag wird bei Vermittlung in den ersten 120 Tagen auf 80
Prozent und danach auf 75 Prozent der Bemessungsgrundlage gesenkt. Der
lokale Schutz wird dahingehend aufgeweicht, dass die Fahrzeit zum und
vom Arbeitsplatz 25 Prozent der Arbeitszeit – also zwei Stunden bei
einem 8-Stunden-Tag bzw. 1,5 Stunden bei Teilzeitarbeit bis 20
Wochenstunden – "tunlichst" nicht übersteigen soll. Mit ihrer Zustimmung zu dieser Verschärfung der
Zumutbarkeitsbestimmungen trägt die ÖGB-Führung zu massiven
Verschlechterungen für Arbeitslose und Senkung deren Einkommen bei.
Verzetnitsch & Co. zeigen sich damit eisern auf die Fortsetzung der
Sozialpartnerschaft als praktische Unterwerfung der Gewerkschaften unter
das Diktat der Wirtschaft entsprechend der berüchtigten Standortpolitik
eingeschworen. Dass dies auch noch als Erfolg verkauft wird, macht die
Sache weitaus schlimmer, als wenn die Regierung ihre bekannten
Verschlechterungen von oben herab diktiert. Die ÖGB-Spitze hat die Streiks gegen die Pensionsreform abgewürgt, die
Proteste gegen den Abverkauf der Voest Alpine parteipolitisch
instrumentalisiert und einen Streik verhindert, die Streiks bei ÖBB und
AUA vor einem Erfolg abgedreht und erweist sich damit als zunehmendes
Hindernis für notwendige gewerkschaftliche Kämpfe. Für eine kämpferische
Auseinandersetzung wäre jedoch – gestützt auf das Ergebnis der
ÖGB-Urabstimmung vom Herbst 2001 und die Erfahrungen des Jahres 2003 –
die Bereitschaft und Unterstützung eines Großteils der von den
Auswirkungen der neoliberalen Politik betroffenen Lohnabhängigen
vorhanden. Aufgabe des ÖGB müsste es sein, dieses Potential zu nützen
statt die Leiche der Sozialpartnerschaft wieder zu beleben. (Presseaussendung des GLB-OÖ vom 26. November 2003)