Frauenpolitik in Frauenhand

Gut 200 Frauen aus unterschiedlichen feministischen Projekten und

Organisationen, darunter Mitarbeiterinnen der Frauen- und

Mädchenberatungsstellen, Frauen der Autonomen

Frauen/Lesben-Bewegung, Migrantinnen, Medienfrauen, Theologinnen,

Juristinnen und freie Wissenschafterinnen, Studentinnen und

einzelne Vertreterinnen von Oppositionsparteien kamen am 7. und 8. Oktober zum

1. Feministischen Widerstandskongress im kleinen Festsaal der Universität

Wien zusammen.

Mit einer Kampagne für AusländerInnenwahlrecht bis zum Frauenstreiktag

wollen sich die Frauen der derzeitigen Regierungspolitik in den nächsten Monaten

tatkräftig in den Weg stellen. Vor allem die geplanten Budgetmaßnahmen,

die einmal mehr auf Kosten von Frauen gehen, werden nicht unwidersprochen

hingenommen, eine feministische Budgetalternative soll Grundlage für die

geplanten Aktionen am kommenden Internationalen Frauentag werden.

Frauenringvorlesungen zu den Auswirkungen der Regierungspolitik an

öffentlichen Plätzen in ganz Österreich wurden geplant.

Der Dienstag soll als „Frauenstreiktag“ etabliert werden. Frauen in ganz

Österreich sollen ermuntert werden, an jedem Dienstag besonders

„frauenspezifische“ Versorgungsarbeiten auf ein Minimum zu reduzieren

„Immer mehr Frauen werden mit verschränkten Armen signalisieren, dass sie

die neoliberale Leistungsdoktrin der neuen Regierung schlicht ignorieren“,

beschreibt eine Teilnehmerin feministische Zukunftsperspektiven.

Zur kritischen Analyse kam es am Widerstandskongress auch in Bezug auf

rechte Rezepte gegen sexistische und sexuelle Gewalt. Lynchjustiz und die

Verlagerung struktureller Fragen zum Individualproblem sind aus

feministischer Sicht abzulehnen, dienen sie doch nicht zuletzt der

Ablenkung von der Institution Familie als vorrangigen Ort der Gewalt gegen

Frauen.

Mit der Gründung einer feministischen Presseagentur wollen die

Feministinnen langfristig gegen die Desinformationspolitik im Land

ankämpfen und selbst für mehr Öffentlichkeit für Frauenanliegen sorgen.

Kontakt: e-mail: feministischerwiderstandskongress@frauenweb.at


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