Liberalisierung der Bahnen auf Kosten
der Sicherheit
Aufgrund
einer neuerlichen Zugkatastrophe in England, die
mindestens
sechs Tote und 30 Verletzte forderte, werden die Auswirkungen der
Zergliederung von Staatsbahnen unübersehbar. Für den Sekretär des GLB in
der Gewerkschaft der Eisenbahner, Ernst Wieser, steht eindeutig fest,
dass durch
den Ausverkauf einzelner Bereiche der Bahn, immer die Sicherheit des
Bahnbetriebs leidet. Auch bei den ÖBB sind solche Tendenzen zu erkennen.
„Durch
Privatisierung verschiedenster Bereiche wie Infrastruktur und Absatz, gibt
es keinerlei
Zusammenspiel der einzelnen Sektoren mehr. Natürlich kostet
Sicherheit
Geld, aber niemand will dafür zahlen", meint Wieser.
„Wir
warnten schon vor dem EU-Beitritt und bei Einführung des neuen
Bundesbahngesetzes 1992, vor einem Ausverkauf der Bahnen und den damit
zusammenhängenden Sicherheitsrisiken. In der Privatwirtschaft und bei den
Aktionären zählt der Gewinn und nicht die Sicherheit", so der Sekretär.
"Ein Unternehmen wie die ÖBB muss eine Einheit bleiben, ansonsten
werden wir in Zukunft ebenfalls die Auswirkungen einer Liberalisierung auf
Kosten der Sicherheit erleben. In Zeiten wie diesen, wo die Schiene an
Bedeutung gewinnen sollte, muss eine konsequente Verkehrsoffensive für die
Bahn durchgeführt werden. Für die Finanzierung dafür ist der Staat
verantwortlich, welcher sich immer mehr vom öffentlichen Verkehr zurückziehen
will. Dieser Verantwortung kann sich kein Land entziehen, auch nicht mit
der Ausrede des Sparkurses", schloss Wieser.
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