
Die GPA ...
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... hat den Prozess des Zusammenschlusses der deutschen Hypovereinsbank mit der Bank Austria-Gruppe nicht mit Euphorie verfolgt. In Wirklichkeit ist dieser Schritt lediglich die wirtschaftliche Konsequenz lange zuvor getroffener Entscheidungen.
Zwei Dinge standen für die GPA bzw. für die Betriebsräte der Bank Austria im Vorfeld der Entscheidung im Vordergrund. Einerseits die Wahrung der MitarbeiterInneninteressen, andererseits die zukünftigen Entwicklungschancen der BA/CA-Gruppe. Die BetriebsrätInnen konnten in den Verhandlungen mit der Geschäftsleitung erreichen, dass die Rechte der MitarbeiterInnen nicht beschnitten werden. Die Zugehörigkeit zum Sparkassensektor wurde vom Betriebsrat für die nächsten sechs Jahre sichergestellt. Personalpolitische Grundsätze des Hauses haben auch weiterhin ihre Gültigkeit - das bedeutet, dass ein allfälliger Personalabbau auf dem Wege des natürlichen Abganges betrieben wird.
Perspektivisch eröffnen sich für die Bank Austria durch den Zusammenschluss neue Möglichkeiten. Das Institut wird Teil des drittgrößten Bankenkonzerns in Europa, die Eigenständigkeit in Österreich bleibt gewahrt, die Aktivitäten in Osteuropa werden durch die Übernahme des Ostgeschäftes des bayerischen Partners noch gesteigert. Im Gegenzug wird die Bank Austria allerdings ihr Engagement in Westeuropa bzw. den USA an die Hypovereinsbank abgeben.
Wo Licht ist, ist auch Schatten - und dem Auge des Gewerkschafters können und dürfen die Risiken dieser Fusion selbstverständlich nicht verborgen bleiben. Die weitere positive Beurteilung dieses Deals wird davon abhängen, ob die Geschäftsführung ihre Zusagen gegenüber den MitarbeiterInnen auch einhält. Sollte dies nicht der Fall sein, werden die BetriebsrätInnen mit Unterstützung der GPA gegen einen solchen Vertrauensbruch auftreten. Was die Geschäftspolitik des Instituts anlangt, sehe ich primär zwei heikle Punkte. Erstens gibt es keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Größe eines Unternehmens und seiner erfolgreichen Entwicklung, wenngleich viele Aktionäre diesem Irrglauben zu erliegen scheinen.
Zweitens - und hier wird die volkswirtschaftliche Dimension des Zusammenschlusses sichtbar - geht es um die Zukunft der zahlreichen Industriebeteiligungen der BA/CA-Gruppe. Wir müssen danach trachten, dass die von einem allfälligen Rückzug der Bank betroffenen Unternehmen in größtmöglichem Umfang in österreichischer Hand bleiben. Wir werden uns engagiert einsetzen, dass kein Ausverkauf und in dessen Gefolge der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze stattfindet. Aufgrund der geringen Anzahl heimischer Großunternehmen, die als Käufer der Unternehmensbeteiligungen in Frage kämen, wird es in jedem Einzelfall zu einer harten Probe kommen. In jedem Fall muss sichergestellt werden, dass die Unternehmen strategische Partner mit industriepolitischen Visionen erhalten und nicht reinen Finanzinvestoren in die Hände fallen.
Die GPA wird sich intensiv mit der Zukunft der fusionierten Bank Austria beschäftigen und sich gemeinsam mit der betrieblichen Interessenvertretung für Weichenstellungen im Sinne der MitarbeiterInnen, der KundInnen und - im Zusammenhang mit der Beteiligungsfrage - der österreichischen Volkswirtschaft einsetzen.
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