
Hölle auf Erden für Gewerkschafter!
Von Robert KÄFERBÖCK. .
"Internationale Solidarität und Öffentlichkeitsarbeit sind zwar keine Garantie, aber doch ein gewisser Schutz vor Verhaftungen oder Verschwindenlassen. Das Militärregime in Pakistan soll wissen, dass wir nicht ruhig zuschauen werden, wenn unsere KollegInnen unterdrückt werden."
Solidarität mit der Pakistan Trade Union Defence Campaign (PTUDC) in Pakistan übt die Assoziation Marxistischer Jugendlicher in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift "Der Funke" und verschiedenen Gewerkschafts- und Jugendorganisationen im November 2000 und veranstaltete eine österreichweite Solidaritätskampagne mit dem Bundesgeschäftsführer der PTUDC Koll. Kahlid Mehmood. Am 10. November war Koll. Mehmood in Fohnsdorf.
Spätestens seit die Medien über die unmenschlichen Arbeitsverhältnisse von Kindern berichtet haben ist dieses Land zu einem Symbol für extreme Ausbeutung von Arbeitskräften in der "Dritten Welt" geworden. Pakistan steht heute für Korruption, Kinderarbeit, Analphabetismus, Fundamentalismus, Frauenunterdrückung und Ausbeutung.
Vor fünf Jahren wurde der Gewerkschaftsführer Syed Arif Hussain vor seiner Haustür von einer paramillitärischen Truppe ermordet.
"Pakistan Workers sterben lieber durch eine Kugel des Militärs als durch Hunger". Dieser Satz ließ aufhorchen und in Verbindung mit einigen Zahlen, die Pakistan veranschaulichbar machen, ist diese Aussage nachvollziehbar.
Bevölkerung: 140 Millionen, davon 30 Millionen arbeitslos.
30 Millionen Kinder müssen Kinderarbeit leisten, 25 Prozent haben keinen Zugang zu reinem Trinkwasser und 45 Prozent verfügen über keinen Strom, 38 Prozent sind Analphabeten. Seit Jahrzehnten befindet sich die Wirtschaft auf Talfahrt, die Zahl der Arbeitslosen steigt jährlich um eine Million. Unter dem Diktat von IWF und Weltbank setzte die Regierung konsequent ein neoliberales "Reformprogramm" (Privatisierungen, Deregulierung, etc.) um. Die Folgen waren unzählige Betriebsschließungen, immer größere Teile der pakistanischen Bevölkerung müssen als Tagelöhner arbeiten. Die Landwirtschaft steckt ebenfalls in der Krise. Dafür boomt der Schwarzmarkt, der bereits dreimal so groß wie der formelle Sektor ist. Drogen und Kriminalität bestimmen den Alltag des Landes. Überfälle, Bomben und politische Morde stehen auf der Tagesordnung. 40 Prozent der Bevölkerung leben unter der offiziellen Armutsgrenze. Während die Millitärausgaben ca. 40 Prozent des BIP ausmachen, betragen die Gesamtausgaben für Gesundheit und Bildung knappe 3 Prozent. Laut UNO-Statistiken ist der Lebens- und Gesundheitsstandard heute niedriger als im Jahre 1857 (!).
Pakistan ist heute für die Mehrheit seiner Bevölkerung die Hölle auf Erden.
Gewerkschaftsarbeit entsteht, wenn ArbeitnehmerInnen die Ungerechtigkeit erkennen, wie zum Beispiel Profite, die sie schaffen, verteilt werden, wie Besitzverhältnisse gelagert sind. Welcher Stellenwert in der Gesellschaft des Landes den Beschäftigten und der Bevölkerung zukommt, muss erkämpft werden.
Sich einzusetzen um einen gerechteren Anteil zu erringen, lohnt sich. In der Endkonsequenz aber muss die entscheidende Frage die um den Besitz, den es zu erkämpfen gilt, sein. Das ist die logische Fortsetzung im Kampf um gerechten Anteil!
Dies ist nur möglich, wenn das Bewusstsein in den Köpfen möglichst aller ArbeitnehmerInnen vorhanden ist. Gewerkschaftsarbeit muss ohne Grenzen im Kopf stattfinden. Gewerkschaftsarbeit muss visionär sein, denn dies bedeutet Munition für den Alltag und den stetigen Kampf.
Daran arbeiten nun GewerkschafterInnen in Pakistan unter schwierigsten Bedingungen. Sie sind auf unsere Hilfe angewiesen, lassen wir sie nicht im Stich. Üben wir gemeinsam Solidarität mit einer Spende.
Die pakistanische Gewerkschaftsbewegung ist auf internationale Hilfe angewiesen um Bildungsarbeit, Unterstützung in Arbeitskämpfen und nötige Sicherheitsvorkehrungen vor staatlichen Repressionen leisten zu können. Mit dieser Kampagne wird Geld für eine Kopiermaschine gesammelt.
Wir bitten um finanzielle Hilfe auf das Spendenkonto der SJ Vorarlberg,
PSK 92 106 857, BLZ 60.000 Kennwort: Pakistan
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