
Lieber Kollege!
Leider kann ich Dir nur beipflichten. Auch im östlichen Flachland verhält sich die Unternehmensführung nicht anders. KollegInnen die Jahre und Jahrzehnte dieses Unternehmen mit aufgebaut haben, werden heute wie unnötiger Ballast behandelt und abgeworfen. Beamte werden als verstaubte und unflexible Berufsgruppe tagtäglich von Regierung, Zeitungen, ja sogar von der eigenen Gewerkschaft, öffentlich denunziert. In der Unternehmenszentrale herrschen heute nur mehr Finanz und Wirtschaft. Die Technik, Grundlage dieses Unternehmens, wird heute, ohne Rücksicht auf Verlust von Qualität und Service, beiseite geschoben. Ebenso wird mit den MitarbeiterInnen umgegangen. Sie werden einfach beiseite geschoben. Die KollegInnen verbleiben entweder in einer dubiosen Personalgesellschaft und verlieren dadurch bis zur Hälfte ihres Einkommens oder werden, gegen ihren Willen, an Dritte verliehen. Die großartig angekündigten Umschulungen der KollegInnen wurden bis heute nicht benannt, sondern verlaufen so, dass die Mitarbeiter in Gesprächen davon überzeugt werden sollen, ob es nicht besser wäre, ganz neu mit ihrem Arbeitsleben bei einer anderen Firma zu beginnen. Eine neuerliche 30-prozentige Personalreduktion soll ebenfalls beschlossene Sache sein. Die Telekom Italia hat bereits angekündigt, weitere Anteile kaufen zu wollen um danach eine neuerliche Vorstandsumbesetzung vorzunehmen, um eine noch schnellere Liberalisierung durchziehen zu können. Wir, die KollegInnen, egal ob Beamte, Vertragsbedienstete oder Angestellte, sollten endlich wieder begreifen, dass es hier um unsere Arbeitsplätze, unsere KollegInnen, unser soziales Umfeld und unsere Familien geht. Wir sind die Telekom. Nicht der Vorstand. Dies sollte auch der ÖGB begreifen. Wir alle gemeinsam, egal mit welchem politischen Flügel man oder frau sich solidarisiert, sollten uns gegen dieses asoziale und unmenschliche Machtgebaren einiger weniger wehren.
Ohne uns stehen die Maschinen still! Ellef Zimmermann, GLB-Telekom
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