
Hauptsache das Ziel bleibt dasselbe !
Von Leopold JANSENBERGER. Sattsam bekannt sind die Begründungen für alle bisherigen Reformen der Pensionskassen. Der Zweck heiligt die Mittel und der propagierte Zweck war die Sicherung der Pensionen. So, oder so ähnlich, versuchte man breite Zustimmung zu erhaschen. Der Schmäh war allerdings nicht lange glaubhaft aufrecht zu halten, weil die Begründung der Unfinanzierbarkeit durch wesentliche Fakten der Arbeitsmarktentwicklung vollkommen widerlegt wurde. Also drehte man den Spieß ganz einfach um und begründete das notwendige spätere Antrittsalter nunmehr mit der Notwendigkeit, dass wir vor lauter Arbeit und fehlenden Arbeitskräften, leider alle länger arbeiten müssen. Unsere Politiker und krankhaften Reformer sind in der glücklichen Lage, in Österreich zu werken und zu pfuschen. Es gab da ähnliche Ansätze politischen Pensions-Reformwillens in Griechenland, wie gesagt, Ansätze und ganz Griechenland trat in einen Generalstreik. Sehr bezeichnend ist der Umgang der Medien mit diesem Großstreik eines EU-Landes. Bei der kurzen ZiB um 17.00 Uhr wurde darüber berichtet und damit dürften auch schon überall die Alarmglocken geläutet haben und das Informationsrecht und die Medienfreiheit "Made in Austria" trat in Kraft. Kein Wort mehr darüber in den Hauptnachrichten und nichts davon zu lesen in einer Zeitung – glückliches Österreich, welches von solchen Kräften regiert wird, wo dilettantische Zahlenspiele und Äußerungen bereits zur Gesetzmäßigkeit werden. Wo die Wehrhaftigkeit der Gewerkschaften sich darin erschöpft, dass da und dort vereinzelt Unmutsäußerungen zugelassen sind, ansonsten haltet man sich brav an den Händchen und zeigt wie furchterregend mächtig man doch ist. Zumindest den Mitgliedern will man das vermitteln und spart dabei nicht an verbalen Kraftausbrüchen, wenn es auch das einzige ist was man so tut und auch vorhat zu tun. Nun man würde nicht sehr gut dastehen, wäre der Vergleich zu den Gewerkschaften der Griechen in den Medien breitgetreten worden. Auch regierungspolitisch ein Hammer, wenn zutage tritt, wie kurzlebig Macht sein kann, wenn der Nerv des Volkes getroffen wird. Mit anderen Worten: Diese, unsere Regierung, hätte im Land der Griechen keine hundert Tage überlebt und sie würde jeden Monat aufs Neue Gründe dafür liefern, dass ein ganzes Land in den Generalstreik tritt und den Rücktritt fordert. Es ist wahrscheinlich so, dass Wissen Macht ist und sei es Wissen um Funktionen von Sozialgefügen, Wissen um tatsächliche Notwendigkeiten und Auswirkungen von Reformansinnen. Wissen, wo es lediglich nur darum geht, dass politische Wege gesucht werden, welche den Staat der Verpflichtung entheben mit Steuermitteln das Sozialsystem mitzutragen. Da sind uns selbst griechische Bauern um Meilen voraus. Privatisierte Sozialbereiche werden mit einem Schlag vom staatlichen Zuschussempfänger zum verpflichteten Steuer- und Abgabenzahler. Das heißt, es muss ungleich mehr an Beiträgen, sei es an Pension- oder Sozialversicherung, einbezahlt werden als Leistung zur Verfügung stehen kann. Die bittere Wahrheit der inszenierten Pensionsproblematik ist in Wirklichkeit "der verkürzte Zeitraum einer Pensionsleistung". Wer z.B. 5 Jahre länger arbeitet, verlängert nicht sein Leben, sondern verkürzt die Bezugsdauer. Ganz abgesehen davon, dass ein hoher Prozentsatz ohnehin während der verlängerten Arbeitszeit das zeitliche segnet und Hinterbliebene, im Sinne des bereits umgesetzten Vorhabens der Reformer, je nach Eigenpension, wenig bis gar nichts an Leistung des Verstorbenen erhalten. Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass dieses Modell auch von den Sozialdemokraten angestrebt wurde und auch sie bedienten sich ehrfurchtsträchtiger Hochrechnungen bis ins Jahr 2030. Wonach dann - weiter hochgerechnet - Österreich bis 2100 ausgestorben sein müsste. Die Letzten wären einige tausend Pensionisten, die verhungern, weil kein einziger Mensch mehr da ist, der etwas in eine Pensionskasse zahlen kann. Leider kommt derartiger Schwachsinn hierzulande tatsächlich an. Nehmen wir allerdings die Zunahme der Kriminalstatistik und rechnen sie hoch, so sind bis 2050 nur mehr Verbrecher und Kriminelle in Österreich ansässig ... "ein Blödsinn", würde jeder sagen – und das ist es wohl auch, das eine wie das andere.