ÖBB: "Die AUSwirkungen der Liberalisierung !"

Von Ernst Wieser

Aus für Reisegepäck am Bahnhof!

Seit Anfang Juni sind die Rollläden bei den Gepäckschaltern auf den Bahnhöfen geschlossen. Reisegepäck wird nur noch mittels Spedition per LKW abgeholt und zugestellt. Ein weiterer Beweis dafür, dass der Slogan "von der Straße auf die Schiene" eine reine Augenauswischerei ist. Für das dadurch überzählig gewordene Personal ist angeblich lückenlos angemessene Ersatzbeschäftigung gefunden worden. Hoffentlich stimmts!

Aus für Speisewagen!

Statt das Service in den Zügen zu verbessern, ziehen die ÖBB ihre Speisewagen aus dem Verkehr. Ganze 4 Stück fahren noch von Wien nach Villach. Als Ausgleich dafür gibt es jetzt eine Firma "e-Express", die außer kaltem Kaffee nicht viel zu bieten hat.

Aus für Nebenbahnen!

Mit Fahrplanwechsel wurden unter anderem die Nebenbahn zwischen Leoben Hbf. und Vordernberg eingestellt. Ins Lavanttal zwischen Zeltweg und Wolfberg fährt noch ein Zug pro Tag. Falsche Auffassung von Liberalisierung?

Aus für Bahnhofinvestitionen!

Während das Management mit Größen wie Gorbatschow für die Bahnhofoffensive werben, verkommen in Wirklichkeit die Bahnhöfe in asiatische Zustände. Offensichtlich gibt es in diesen Etagen niemanden, der mit dem Zug fährt, sonst würden sich die Verantwortlichen wie Maulwürfe vergraben und dafür schämen.

Aus für TS-Werke?

Es ist wahrscheinlich eine Frage der Zeit, wann auch den Werkstätten das "AUS" droht. In Wien Simmering zumindest verscherbelt die ÖBB das Areal und die Gebäude des Werkes an den Konzernhai Hofer. Anlagen und neuerrichtete Kantine werden geschliffen und durch Miniaturausgaben ersetzt. Dafür wird für das leibliche Wohl der KollegInnen ein Catering-Service herhalten müssen. Tolle Zukunftsaussichten!

Und die Führung der Gewerkschaftsspitze (FSE) schweigt, während dessen unser Personenverkehr zu Grabe getragen wird? Nein gar nicht, hörte man doch: "GD Draxler sollte bleiben – er war nicht der Schlechteste. Aber auch vorm Walde hat gute Ansätze". Was hört man über den Vorstand und den Aufsichtsrat? – "Es hätte schlimmer kommen können".


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