Persönlicher Einsatz wird anerkannt

Gunter Strobl (GLB), ist Betriebsratsvorsitzender in der Salzburger Druckerei und stellvertretender Landesvorsitzender von DuP. Wir bringen Auszüge aus einem Gespräch, das Hubert SCHMIEDBAUER für "die arbeit" mit ihm geführt hat.

"die arbeit": Welche Schwerpunkte siehst du für die zukünftige Gewerkschaftsarbeit?

STROBL:Im allgemeinen macht DuP eine sehr gute Arbeit, aber es hat in den letzten Jahren auch kollektivvertragliche Verschlechterungen gegeben, weil vieles von den neuen Technologien noch nicht in den Bestimmungen steht. Zum Beispiel die Maschinenbesetzung. Die Unternehmer wollen Personal einsparen. Stress und Arbeitsbelastung werden immer stärker. Es können nun schon bis zu 45.000 Zeitungen in der Stunde gedruckt werden, mit doppelter Produktion auch 70.000. Im KV steht ein Gummiparagraph, wie viele Helfer dabei eingesetzt werden. Wenn der Unternehmer sagt, er braucht nur einen oder zwei, und wir sagen, wir brauchen mindestens drei oder vier ... Da werden die Betriebsräte erschlagen, denn was nicht im KV steht, wird auf die Betriebsräte abgewälzt. Auch die Regierung möchte, dass möglichst alles in den Betrieben geregelt wird. Wir haben in der Gewerkschaft schon mehrmals darüber gesprochen und wollen alles in die Kollektivverträge hineinbringen. Aber die Unternehmer wollen nicht. Da wird immer viel von der Sozialpartnerschaft geredet, aber es steht so vieles nicht im KV. Das ufert aus und wir müssen uns durchsetzen.

"die arbeit": Welche Anträge sind für die KollegInnen besonders aktuell?

STROBL: Sehr wichtig finde ich die Abfertigungsregelung. Sie muss ab dem ersten Tag gelten. Wir haben sehr viele Beschäftigte im Gastgewerbe, die sonst besonders benachteiligt wären. Da muss sich aber der ganze ÖGB einsetzen. Auch die Arbeitszeitverkürzung ist aktuell. Die Maschinen werden immer schneller, alles muss schnell gehen, die Anforderungen an das gesamte Personal steigen. Im Zuge der Veränderungen in den osteuropäischen Ländern war dann bei uns die Diskussion über eine Arbeitszeitverkürzung weg. Aber die Franzosen haben sie gesetzlich eingeführt. Die Menschen brauchen mehr Freizeit. Wenn man früher 48 Stunden körperlich hart gearbeitet hat, war das etwas anderes als heute die psychische Belastung, die für den Körper viel schlimmer ist. Es gibt verschiedene Modelle zur Flexibilisierung. Wichtig ist aber, dass man geregelte Arbeitszeiten hat und nicht die Unternehmer beliebig einteilen können. Teilzeit ist durch den KV nicht erlaubt. Unter aktiven KollegInnen ist die Wertschöpfungsabgabe ein wichtiger Diskussionspunkt. Das geht aber bei vielen vorbei, und da müssen wir das Thema mehr unter die Leute bringen. Das ist auch eine Aufgabe für den ÖGB. Wir müssen die Steuern anders verteilen.

"die arbeit": Wie sieht deine Arbeit als Betriebsrat aus?

STROBL: Ich bin nicht freigestellt. Meine Kollegen helfen mir, wenn ich weg muss. Ich bin auch immer für sie da, sie müssen sehen, dass du dich wirklich einsetzt und dann stehen sie auch zu dir. Vom Betriebskaiser und solchen Sachen muss man wegkommen. Wir sind vier Arbeiter- und drei Angestelltenbetriebsräte und ein gutes Team. Impulse gebe ich schon, das ist klar. Wir haben eine Namensliste und es ist wichtig, dass wir einheitlich auftreten. Dann gibt es auch Erfolge. Persönlicher Einsatz wird von den Kollegen anerkannt.


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