
Für eine offensive Interessenpolitik !
GLB: ÖGB muss Glaubwürdigkeit signalisieren Der Beschluss des Präsidiums des ÖGB, die
Urabstimmung vom 24. September bis 15. Oktober durchzuführen,
bedeutet nach Ansicht des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB) einen
wichtigen Schritt in Richtung der Einbeziehung der Mitglieder in die
Politik der Gewerkschaftsbewegung. GLB-Vorsitzender Manfred Groß
vertritt die Auffassung, dass die Politik der Regierung eine kräftige
und weithin hörbare Gegenstimme notwendig macht: "Diese Regierung hat
sich dazu entschieden, die Sanierung der Staatsfinanzen einseitig zu
Lasten der ArbeitnehmerInnen und der sozial Schlechtergestellten zu
betreiben, wichtige soziale Errungenschaften zu vernichten und im
Sinne des Neoliberalismus den Ausverkauf des öffentlichen Eigentums
Landes voranzutreiben. Dabei werden die Interessen der
ArbeitnehmerInnen verletzt und deren Interessenvertretungen einfach
übergangen oder an die Wand gedrückt. Das können und dürfen sich die
Gewerkschaften nicht mehr länger gefallen lassen. Sie müssen
ihrerseits Maßnahmen ergreifen, um sich zu wehren. Die Urabstimmung
ist dabei das richtige Mittel, um die Abwehr- und Kampfmaßnahmen zu
legitimieren!" Der Gewerkschaftliche Linksblock übersieht dabei nicht die schwierige
Situation, die durch den Privilegienskandal bei der Post entstanden
ist. Das Vertrauen zehntausender Gewerkschaftsmitglieder wurde
erschüttert und die Folgen sind in allen Bereichen der Gewerkschaft
zu spüren. Das ist auch der Grund, warum sich der GLB an das
Präsidium des ÖGB gewendet hat, um Maßnahmen einzufordern, die
geeignet sind, die Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. Nach Meinung
der LinksgewerkschafterInnen soll noch vor der Urabstimmung
beschlossen werden, dass es nur mehr eine bezahlte Funktion geben
soll. Was darüber hinaus an Funktionen ausgeübt wird, soll rein
ehrenamtlich geschehen. Zugleich soll eine Unvereinbarkeitsregel
aufgestellt werden, wonach BelegschaftsvertreterInnen, die sich
Sonderrechte und Vorteile gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen
mit dem Arbeitgeber aushandeln, nicht mit Gewerkschaftsfunktionen
betraut werden dürfen. Zur Urabstimmung sagte der GLB-Vorsitzende: "Wir werden voll für eine
optimale Beteiligung eintreten und für eine Zustimmung zu
Kampfmaßnahmen argumentieren. Kritisch betrachten wir allerdings die
erste Frage nach der Stärkung der Sozialpartnerschaft. Es war nämlich
genau diese Sozialpartnerschaft, in deren Rahmen der ÖGB in der Frage
der Sozialversicherungen über den Tisch gezogen werden sollte. Hier
hat die Wirtschaftskammer ein übles Spiel, das von der Regierung
inszeniert wurde, mitgespielt. In den anderen Bereichen stimmen wir
voll zu und empfehlen, die Fragen 2 bis 6 eindeutig mit ja zu
beantworten. Ebenso freilich die Frage nach Kampfmaßnahmen zur
Durchsetzung der ArbeitnehmerInneninteressen!" Der GLB-Vorsitzende tritt für eine "Meinungsoffensive" und eine
entschiedene Auseinandersetzung mit der Politik der Regierung im
Interesse aller ArbeitnehmerInnen unseres Landes ein: "Die
Urabstimmung wird nicht zuletzt auch über die Zukunft der
Gewerkschaftsbewegung entscheiden, die nun gefordert ist, eine
konsequente und glaubwürdige Interessenpolitik zu verwirklichen!" meint Manfred Groß.