Nah besehen...

WIFO und IHS: Seit einem Jahr stets Revision der Prognosen nach unten. Wirtschaft zeigt im August "keine Rezession", aber alle Konjunkturdaten gehen abwärts. Das betrifft die ganze EU. Rückgang der Nettorealeinkommen, Preisauftrieb relativ hoch. Arbeitslosigkeit gegenüber 2000 im Mai +800, Juni +6.628, Juli +12.705 - trotz Rekord an Schulungsteilnehmern von über 30.000, die nicht als Arbeitslose zählen. Einige zehntausend verlieren wegen der verschärften Bestimmungen die Unterstützung und fallen aus der Statistik. Es gibt zwar mehr Beschäftigte, aber zunehmend in Teilzeit- und geringfügigen Beschäftigungen.

Produktivität je Erwerbstätigen in Österreich steigt weiter, die Lohnstückkosten in der Sachgüterproduktion sanken gegenüber 2000 neuerlich um bis zu 0,5 Prozent, gegenüber den wichtigsten Handelspartnern sogar um bis zu 0,7 Prozent. Reale Arbeitnehmer-Einkommen: -0,8 Prozent. Erwartung für heuer: +0,4 Prozent - aber nur bei Erhöhung der Brutto-Löhne und -Gehälter um mehr als 3 Prozent, weil die Teuerungsrate im ersten Halbjahr 3 Prozent betrug. Noch werden die Konsumausgaben durch Entleerung der Sparstrümpfe stabilisiert.

Die Krise in der Bauwirtschaft ist auch in Österreich stark spürbar, in der Autoindustrie liegen die Zulieferer - noch - verhältnismäßig gut. In Ungarn gibt es einen Investitionsboom, so verlegt z.B. Philips die Fax-Produktion dorthin - weil es neben niedrigeren Löhnen eine Befreiung von Gewinnsteuern gibt und die Konzerne viele weitere Vorteile genießen. "Standort-Wettbewerb" auf Kosten der Bevölkerungen ...

In der EU werden voraussichtlich Deutschland, Frankreich und Italien heuer ihre Budgetziele verfehlen. Das Wachstum wird heuer nur mehr höchstens 1,7 Prozent betragen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert gar nur 1,25 Prozent. Das ist nach Experten zuwenig, um die Arbeitslosigkeit auch nur zu bremsen.


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